18-Jährige steckte Säugling in Plastiktüte

Sie erstickte ihr Neugeborenes mit einem Handtuch und behauptet im Prozess: „Ich wollte nicht, dass es stirbt.“

Tula G. (18, Name geändert) aus Schöneberg belog neun Monate lang ihre Familie, ihre Freunde und wohl auch sich selbst. Bis ihre Schwangerschaft in einer Katastrophe endete. Seit Mittwoch steht sie wegen Totschlags vor Gericht.

Tränenreich, mal mit fester, mal mit brüchiger Stimme, schildert die hübsche Gymnasiastin mit dem blonden Pferdeschwanz, was in der Nacht zum 11. Dezember 2015 geschah: Mit 17 verliebt sie sich in einen Jungen aus ihrer Klasse, zwei Monate später der erste Sex. Die Pille? Nimmt sie nicht. Was sie ihrem Freund nicht sagt („war nicht selbstbewusst genug“). Er benutzt Kondome. Im März soll eines gerissen sein… Die Angeklagte: „Ich ging zum Arzt, wollte die Pille danach.“ Weil das Wartezimmer voll war, sei sie weg. Die Richterin: „Diese Pille war damals schon rezeptfrei.“

 

Sie schiebt alles weg. Das Ausbleiben der Menstruation. Sie lebt weiter, als sei nichts. Belügt die Mutter, die die Veränderung ihres Körpers bemerkt. Die Angeklagte: „Nicht mit Absicht. Ich fühlte mich überrumpelt.“ Ein von der Mutter verlangter Schwangerschaftstest: angeblich negativ. Die Angeklagte: „Die Eltern waren erleichtert. Ich auch.“

Tula lebt weiter, als gäbe es dieses Kind in ihrem Bauch nicht. Sie joggt wie zuvor, nachdem sie über die Auswirkungen während der Schwangerschaft gegoogelt hat. Wer sich über ihr wachsendes „Bäuchlein“ wundert, dem erzählt sie was von Nahrungsunverträglichkeit. Sie zieht weitere Pullover an. „In meinem Kopf wollte ich nicht schwanger werden. Dann werde ich es auch nicht.“

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