Urteil im Entführungs-Prozess 48-jähriger Mann wollte 15-Jährige zum Sex zwingen: Jetzt ist das Urteil gegen den S-Bahn-Fahrer gefallen.

Kurz vor der Haustür wollte er die 15-Jährige mit vorgezogener Waffe ins Auto zerren, doch die Tat kann vereitelt werden. Jetzt ist das Urteil gegen den S-Bahn-Fahrer gefallen.

Das Mädchen ist fast zu Hause, als plötzlich ein Fremder aus einem Auto mit abgedunkelten Scheiben springt. Er will die Schülerin in seinen Wagen zerren. Zeugen greifen ein. Ein 48-Jähriger ist im Prozess um versuchte Entführung eines 15 Jahre alten Mädchens in Berlin-Marzahn zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Aus sexuellen Motiven habe der Angeklagte die Schülerin in sein Auto zerren und in eine Gartenlaube verschleppen wollen, begründeten das Landgericht am Freitag. Zeugen hätten glücklicherweise Schlimmeres verhindert. Der Angeklagte wurde der versuchten Geiselnahme, der Körperverletzung, des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und des Besitzes von Kinderpornografie schuldig gesprochen.

„Sie hatte Todesangst”

„Der Angeklagte wollte sich eines Mädchens bemächtigen und es tagelang missbrauchen”, sagte der Vorsitzende Richter. Er habe die zierliche Schülerin in der Nacht zum 1. Juni 2015 auf ihrem Heimweg attackiert. Plan sei gewesen, „sie durch Fesselung und Sedierung widerstandsunfähig zu machen”. Die damals 15-Jährige habe sich nach Kräften gewehrt und geschrien. „Sie hatte Todesangst.”

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der 48-jährige Lokführer sein Auto am Straßenrand geparkt und „auf ein geeignetes Opfer” gewartet. Als die 15-Jährige an seinem Wagen vorbeiging, habe er sie von hinten umklammert, ihr eine Gaspistole an die Stirn gehalten, sie geschlagen und zu seinem Fahrzeug gezogen.

In dem vorbereiteten Versteck habe er an dem Opfer seine sexuellen Fantasien ausleben wollen. „Es wollte sexuelle Handlungen in allen nur denkbaren Varianten erzwingen”, sagte der Richter.

Mädchen angeblich mit eigener Freundin verwechselt

Der Angeklagte wurde von zwei Passanten aufgefordert, von dem Mädchen abzulassen. „Daraufhin flüchtete er”, hieß es weiter im Urteil. Einem der Zeugen sei es gelungen, von dem Fahrzeug ein Foto zu machen. Kurz darauf habe die Polizei eine Sofortfahndung eingeleitet und den Mann aus dem Stadtteil Friedrichshain festgenommen.

In der Wohnung des Angeklagten sowie in seiner Laube in Bad Freienwalde (Brandenburg) hätten Ermittler Tausende kinderpornografische Bilddateien sowie illegale Waffen entdeckt. Ein Raum in der Laube habe gewirkt, als wäre er für sado-masochistische Sex-Spiele vorbereitet worden.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe im Kern bestritten und unter anderem erklärt, er habe das Mädchen mit seiner damaligen Freundin verwechselt. Die Staatsanwaltschaft plädierte in dem seit März 2016 laufenden Prozess auf sechs Jahre und drei Monate Haft. Die Verteidiger forderten eine Bewährungsstrafe.

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