Landgericht Gera verurteilt 41-jährigen Mann nach jahrelangem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in 51 Fällen, in 48 Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und in 84 Fällen des Missbrauchs von Schutzbefohlenen

Landgericht Gera verurteilt 41-jährigen Mann, der die Taten in der Verhandlung geleugnet hatte

Gera. Das Landgericht Gera hat einen 41-Jährigen aus dem Landkreis Greiz zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Die erste Strafkammer sprach ihn in 51 Fällen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kinder, in 48 Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und in 84 Fällen des Missbrauchs Schutzbefohlener schuldig, teilte Gerichtssprecherin Kerstin Böttcher-Grewe mit. Der Angeklagte, der zuvor auf freiem Fuß war, wurde noch im Gerichtssaal verhaftet, weil die Kammer angesichts der Höhe der ausgesprochenen Strafe eine erhöhte Fluchtgefahr sieht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, deshalb sitzt der Mann nun erneut in Untersuchungshaft.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten sogar 444 Sexualstraftaten vorgeworfen. Demnach sollte der Mann den Sohn seiner Lebensgefährtin seit dessen neuntem Geburtstag 441 Mal traktiert haben. Hinzu kamen drei sexuelle Übergriffe auf deren Tochter, die beim ersten Fall sieben Jahre alt gewesen sein soll.

Kinder hatten sich der Mutter anvertraut

Die Familie lebte in verschiedenen Wohnungen, unter anderem im Landkreis Greiz und im Saale-Orla-Kreis. Die Kinder hatten sich Weihnachten 2014 ihrer Mutter anvertraut, woraufhin die Anzeige erstattet wurde.

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe. „Ich kann mich nur entschieden verwahren. Die Vorwürfe entbehren jeglicher Grundlage“, hatte der Anlagenführer zum Prozessauftakt gesagt. Die Frau habe er auf der Arbeit kennengelernt. Beim Besuch in deren Wohnung sei er entsetzt gewesen. Dreckige Wäsche habe sich im Flur gestapelt, verschimmeltes Geschirr in der Küche gestanden. Die Möbel im Kinderzimmer seien fast auseinandergefallen. „Das habe ich alles in Ordnung gebracht.“

Doch sie habe häufig gelogen, etwa in Bezug auf eine bevorstehende Wohnungsräumung oder den wegen nicht bezahlter Rechnungen abgestellten Strom. Die Familie sei deshalb mehrfach umgezogen. Er vermutete, dass sich seine Ex-Partnerin und deren Kinder Hoffnung auf Schmerzensgeld machen und ihn deshalb angezeigt hatten. Das Gericht glaubte jedoch den Opfern.

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