Auf den ersten Blick ein ganz normales Fachwerkhaus im Dörfchen Bettinghausen (NRW) – Doch im Inneren wie die Kulisse eines Horrorfilms – Baute Carsten L. ein Verlies in seinem Haus? Ein Zufall führte die Ermittler auf seine Spur.

Ein aufmerksamer Bademeister in Witten (NRW) rief die Polizei, weil ein Mann ein Kind belästigte – und verhinderte damit möglicherweise schlimmere Verbrechen…

Hamm – Auf den ersten Blick sieht das Gebäude im Dörfchen Bettinghausen (NRW) aus wie ein ganz normales Fachwerkhaus. Doch auf den zweiten Blick wirkt es wie die Kulisse eines Horrorfilms: Die Fenster im Erdgeschoss sind zugemauert, oben baumelt eine „Hello Kitty“-Figur hinter der Scheibe.

Der furchtbare Verdacht: Sollte dieses Haus als Verlies für entführte Kinder dienen? Am Dienstag nahm die Polizei Carsten L. (34) aus Hamm fest. Ihm gehört das Haus.

Ein Zufall führte die Ermittler auf seine Spur. Am 7. Mai rief ein Bademeister aus Witten die Polizei. Er hatte einen Mann beobachtet, wie er ein kleines Mädchen betatschte. Die Beamten nahmen Carsten L. mit auf die Wache – und erlebten eine Überraschung: Seine Fingerabdrücke waren 2012 bei einer versuchten Kindesentführung gesichert worden, konnten aber niemandem zugeordnet werden.

Damals hatte ein Mann versucht, ein Mädchen (9) in Niederweimar (Hessen) in einen grauen Opel Omega zu ziehen, klebte ihm den Mund zu. Doch die Schülerin konnte fliehen.

Bei den Ermittlungen kam raus, dass 2012 ein grauer Opel Omega auf L. zugelassen war. Und im Fachwerkhaus, seinem Zweitwohnsitz, stießen Polizisten auf ein Verlies.

Was geschah hier? Wurde es genutzt, um ein Opfer gefangen zu halten? Noch hat die Polizei keine Spur. Leichenspürhunde schlugen nicht an.

L. soll kurz vor dem Abschluss einer Ausbildung als Kinderkrankenpfleger stehen. „Er sagte uns, dass er Kinder liebt“, erzählt Nachbarin Irene H. (87). Carsten L. sitzt wegen versuchter Entführung in U-Haft.

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