„Die Tat war sadistisch-destruktiv“ Toter Luca (5): War es sogar Mord?

Mönchengladbach –

Der fünfte Verhandlungstag im Fall „Luca“ brachte am Dienstag eine große Wende: Statt wegen Totschlags, könnte der Angeklagte Martin S. (27) jetzt wegen Mordes verurteilt werden!

Der Grund: Die schockierende Aussage eines medizinischen Gutachters.

Die Schilderungen des Experten, dürften niemanden im Saal A 100 des Mönchengladbacher Landgerichts am Dienstagvormittag kalt gelassen haben.

Detailliert erklärte der Gutachter dem Gericht, welche Verletzungen der Angeklagte dem kleinen Luca (†5) zufügte: Durch „stumpfe Gewalteinwirkung“ erlitt der Junge einen Milzriss, beschädigte Lungenbläschen, einen Riss des Lippenbändchens und Blutungen im Gehirn.

Schilderungen, die eine sofortige Reaktion der Staatsanwaltschaft zur Folge hatte.

„Der Staatsanwalt hat den Hinweis erteilt, das die Ausführung des Gutachters nahelegen, dass in diesem Fall das Mordmerkmal ‚Grausamkeit‘ vorliegt“, bestätigte ein Gerichts-Sprecher am Dienstag gegenüber EXPRESS.

Falls die Richter diesem Hinweis folgen sollten, würde das für Martin S. bedeuten, dass die Anklage nicht auf Totschlag, sondern auf Mord lauten würde!

Die Ansicht des Gerichtsmediziners ist in diesem Fall sehr eindeutig.

Er sprach im Zeugenstand von einer „sadistisch, destruktiven Tat“, die nicht im Affekt hätte passieren können. S. hätte damit Macht ausüben und Befriedigung erlangen wollen.

Ein schrecklicher Anblick

Nach der Aussage von Lucas Mutter Amanda Z. (24), die wegen Unterlassens angeklagt ist, habe ihr ehemaliger Lebensgefährte ihren Sohn am Morgen des 23. Oktober 2016 leblos in seinem Bett entdeckt.

„Er rief ‚Schatz komm schnell und bring dein Handy mit!“ erklärte sie beim Prozessauftakt im April unter Tränen.

„Ich bin dann sofort in Lucas Zimmer und da lag er dann in seinem Bettchen – blau im Gesicht und mit Schaum vor dem Mund!“

Wenn sich die Anklage tatsächlich ändern würde, dann würde Martin S. lebenslänglich drohen.

Sollte das Gericht um den Vorsitzenden Richter Lothar Becker zusätzlich noch die besondere Schwere der Schuld feststellen, wäre eine Haftentlassung nach 15 Jahren eher unwahrscheinlich.

Der Prozess wird am 6. Juni fortgesetzt.

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