Sexueller Missbrauch in Deggendorf: Falscher Priester angeklagt

Das Landgericht Deggendorf hat gegen einen seit mehreren Jahren aus dem Klerikerstand entlassenen Priester Anklage wegen schweren sexuellen Missbrauchs erhoben. Der einschlägig vorbestrafte Mann soll fünf Buben in insgesamt über 100 Fällen sexuell missbraucht haben. Die Taten sollen sich laut Anklage im Landkreis Deggendorf, aber auch in Österreich, in Italien, in Polen und im Raum Mainz abgespielt haben. Der Mann war im Herbst vergangenen Jahres festgenommen worden.

Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilt, hatte sich der Mann in Polen mit gefälschten Hochschulabschlüssen die Priesterweihe erschlichen, war jedoch später laisiert worden. Ab 2012 soll er dann als falscher Pater unterwegs gewesen sein und sich das Vertrauen von anderen Priestern und Hilfsbedürftigen erschlichen haben. Durch Spenden von „Strenggläubigen“ habe er so rund 100.000 Euro eingesammelt und damit seinen Lebensunterhalt bestritten. Die Staatsanwaltschaft Deggendorf wirft dem 53-Jährigen deshalb auch gewerbsmäßigen Betrug, Urkundenfälschung sowie Missbrauch von Titeln und Berufsbezeichnungen vor.

Der Angeschuldigte hat einzelne, wenige Missbrauchstaten gestanden und bestreitet die übrigen Tatvorwürfe weitgehend. Die Staatsanwaltschaft geht nach einem psychiatrischen Gutachten davon aus, dass der 53-Jährige „wegen Triebanomalie vermindert schuldfähig war“. Weil „von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht“, wurde er in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Nach seiner Festnahme im Herbst 2016 war er zunächst in Untersuchungshaft in einer JVA gewesen.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*