Mutmasslicher Kinderschänder aus NW in den USA verhaftet

Ein 55-jähriger Mann aus Hergiswil im Kanton Nidwalden ist in den USA verhaftet worden. Er wollte über das Darknet ein 13-jähriges Mädchen organisieren, um es sexuell zu missbrauchen und misshandeln. Dies ergaben Recherchen von Radio Pilatus und vom Zentralschweizer Fernsehen Tele1. Die Staatsanwaltschaft Nidwalden bestätigte inzwischen die Verhaftung.

Als der Mann in Orlando am Flughafen ankam, klickten die Handschellen. Im Voraus hatte der Mann noch von Europa aus im Darknet ein 13-jähriges Mädchen „gebucht“, schreibt die Zeitung Orlando Sentinel. Dabei war er in Kontakt mit dem angeblichen Vater des Mädchens. Dass es sich jedoch um einen verdeckten Ermittler handelte, ahnte der Mann nicht. Nach seiner Festnahme machte der 55-jährige Mann aus Hergiswil verstörende und verachtende Aussagen. Wie er der US-Polizei sagte, wollte er das Kind sadomasochistisch misshandeln, es behandeln wie einen Hund und ihm Schmerzen zufügen. In seinem Koffer hatte der Mann Gewichte, Klemmen, Seile, Klebeband, eine Flaschenbürste sowie eine Taschenlampe.

Beim verhafteten Mann handelt es sich um einen deutschen Staatsbürger, welcher in der Nidwaldner Gemeinde Hergiswil wohnt. Er arbeitete in der Geschäftsleitung eines Luzerner Pharmaunternehmens und war in seiner Freizeit in einem Kirchenchor tätig.

Nicht das erste Mal

„Nach 38 Jahren bei der Strafverfolgung meinte ich alles gesehen und erlebt zu haben. Dieser Fall jedoch übertrifft alles. Ich bestätige die kürzliche Festnahme eines 55-jährigen Deutschen mit Sitz in der Schweiz, welcher in die USA gereist ist um hier ein kleines Mädchen zu missbrauchen“, so der Sheriff der Polizei in Orlando/Florida. Gemäss Zeitungsartikel des Orlando Sentinel war es nicht das erste Mal, dass der Mann Kinder sexuell misbraucht. Er gab demnach zu, dass er bereits früher Kinder missbrauchte und misshandelte. Kinder schlagen sei lustig, fantastisch und besser als Sex, sagte er gemäss den Polizeiakten.

Im April dieses Jahres nahmen Ermittler die Spur auf und beschatteten und verfolgten die Aktivitäten des Mannes. Dies dauerte bis im Juni. Als der Mann dann in die USA reiste, schnappte die Falle der Ermittler zu. Wie es mit dem Mann weitergeht und wo er sich vor Gericht verantworten muss, ist noch nicht bekannt.

Die Nidwaldner Staatsanwaltschaft bestätigte gegenüber Radio Pilatus und Tele1 die Festnahme. Sie habe Kenntniss davon, sei aber zu keinem Zeitpunkt in die Ermittlungen involviert gewesen. Wie sie weiter bestätigt, erhielt die Staatsanwaltschaft den Hinweis, dass der Mann zu Hause kinderpornografisches Material habe. Daher hat sie nun ebenfalls Ermittlungen aufgenommen.

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