Sex gegen Gummibärchen: 51-jähriger Kölner lockt Elfjährigen mit Gummibärchen!

Köln – Sex gegen Gummibärchen: Dieter S. (51, alle Namen geändert) hatte nach Überzeugung des Gerichts bei dem elfjährigen Kevin, dem Sohn seiner Freundin, leichtes Spiel, ihm sexuelle Handlungen aufzudrängen. Der ohnehin schon seit frühen Kindergartentagen verhaltensauffällige Junge „war regelrecht süchtig nach Zucker“, sagte der Richter im Prozess.

Es bedurfte also keinerlei Gewaltanwendung, Kevin immer wieder zum Oral- und Anal-Sex zu animieren – die Aussicht auf Süßigkeiten genügte, der Junge machte nach Ansicht des Gerichts stets freiwillig mit. Den besonders schweren sexuellen Missbrauch quittierte das Landgericht mit einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren. Damit blieb das Gericht unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten sechseinhalb Jahren Haft.

Porno-Bild aufs Handy geschickt

Der Missbrauch kam ans Tageslicht, als Dieter S. dem Jungen ein pornografisches Bild auf sein Handy schickte. Als die Mutter das Foto sah und ihren Sohn zur Rede stellte, kam der Fall ins Rollen. Dieter S. hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert und auf seinen bisher einwandfreien Lebenswandel verwiesen.

Er ist Ersttäter, hat zwei Ehen hinter sich und lebt mit einer neuen Freundin zusammen, Pädophilie sei „nie ein Thema gewesen“, befand auch das Gericht. Lediglich die Versendung der Pornodatei auf das Handy des Jungen gab er zu. Warum? Das sollte wohl so etwas wie falsch verstandene Kumpanei unter Männern sein.

Die belastenden Aussagen Kevins seien „alles Lüge“, Kevin habe aus Eifersucht und Rache gehandelt, sich die schweren Beschuldigungen ausgedacht, als die Beziehung zwischen der Kindsmutter und dem Angeklagten in die Brüche ging. Eine Verteidigungsstrategie, die das Gericht nicht nachvollziehen konnte und als „grotesk“ bezeichnete.

Mann als nicht pädophil eingestuft

Vielmehr habe der Junge in stundenlangen, mehrfachen Befragungen bei der Polizei, einer Sachverständigen, einer Aussagepsychologin und vor Gericht über Wochen und Monate stets „widerspruchsfrei eine qualitativ hochwertige Aussage“ gemacht, die Tatschilderungen dabei „so komplex und konstant vorgebracht, dass es nicht erfunden sein konnte“, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. „Die Taten sind Ihnen persönlichkeitsfremd, Sie sind nicht pädophil“, hielt der Richter dem Angeklagten gleichwohl strafmildernd zugute.

Allerdings habe er in dem Wissen gehandelt, dass es sich bei Kevin um ein entwicklungsverzögertes, schwer belastetes Kind gehandelt habe, das bei Pflegeeltern groß wurde, weil die Mutter erheblich alkohol- und drogenabhängig war.

Wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr hielt das Gericht den ursprünglich bestehenden Haftbefehl aufrecht, verschonte den Angeklagten allerdings bis zur Rechtskraft des Urteils unter der Voraussetzung, dass dieser sowohl seinen Personalausweis als auch seinen Reisepass noch im Gerichtssaal der Staatsanwaltschaft übergab.

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