Trauer in Hattingen – Neunjähriger Junge nimmt sich das Leben –

Hattingen. Ein neun Jahre alter Junge hat sich in Hattingen das Leben genommen. Vor einer Woche wurde das Kind tot aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass sich das Kind erhängt hat. Notfallseelsorger kümmerten sich um die Familie, waren in der Schule vor Ort und betreuten auch die Einsatzkräfte.

Der Suizid war demnach im häuslichen Umfeld passiert, der Junge hat sich erhängt. Es gebe derzeit keine Hinweise auf ein Fremdverschulden, so Staatsanwältin Julia Schweers-Nassif. Nun werde weiter ermittelt. Familie und Umfeld des Jungen werden befragt.

Schulbetrieb lief normal weiter

Notfallseelsorger waren unmittelbar nach dem Fund vor Ort. Als leitender Notfallseelsorger ist Moritz Hafer im Einsatz gewesen. Gemeinsam mit zwei Kollegen kümmerte er sich um die Betreuung der Angehörigen. „Wir stehen der Familie zur Seite, bieten Orientierung, stellen soziale Kontakte her, sorgen dafür, dass zum Beispiel Freunde und Verwandte vorbeikommen“, sagt er. Die Schule, die der Junge besuchte, hatte schon früh vom Tod des Kindes erfahren. Es sei wichtig, dass keine Gerüchte aufkommen, so der leitende Notfallseelsorger Moritz Hafer gegenüber der WAZ.

„Wir zeigen Perspektiven“

Auch die Kinder und Lehrer wurden seelsorgerisch betreut. „Für die Kinder kommt so etwas völlig unerwartet. Deshalb ist es wichtig, ihnen zu vermitteln, dass ihre Gefühle völlig okay sind – wie auch immer sie sich äußern.“ Auch Eltern der Schulkameraden standen die Notfallseelsorger zur Seite, erklärten, dass es richtig und wichtig sei, darüber zu reden und Fragen zuzulassen.

Der Schulbetrieb lief in den letzten Tagen vor den Ferien weiter: „Wir wollten vermeiden, dass eine Schule geschlossen wird. Die Normalität muss im Mittelpunkt stehen. Wir zeigen Perspektiven und Hoffnungen“, so Hafer. Nach der ersten Notfallversorgung werden weitere Hilfsangebote vermittelt.

Die Trauer könnten Seelsorger nicht nehmen, aber die Chance bieten, über Erlebtes zu sprechen, ohne in die Tiefe zu bohren, betont auch Seelsorgerin Marianne Funda, die bei diesem Einsatz nicht dabei war. Stabilisieren sei die erste Aufgabe der Notfallseelsorge: „Die Sicherheit, die wegrutscht, ein Stück weit zurückzubringen.“

>>Anmerkung der Redaktion<<

Zum Schutz der betroffenen Familien berichten wir normalerweise nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Das Thema wird inzwischen öffentlich diskutiert, deshalb haben wir uns in diesem besonderen Fall für die Berichterstattung entschieden.

Wer unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidet oder jemanden kennt, der daran leidet, kann sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie ist erreichbar unter der Telefonnummer 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

1 Kommentar

  1. Könnt ihr vergessen die telefonseelsorge. Die hören dir nur zu … Einige. .. Beratung und oder Anlaufstellen können Sie dir nicht nennen.im Grunde redest du aber bei den Gedanken dich umzubringen bringt dir das null weiter.da empfehle ich die 112

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