Drei Jahre Haft : Urteil im Rostocker Kinderschänder-Prozess –

Ein 52-Jähriger ist am Montag vor dem Rostocker Landgericht wegen des sexuellen und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Der Mann hatte zugegeben, seine eigene Stieftochter missbraucht zu haben. Außerdem hatte er im Juni dieses Jahres vier Kinder in seine Plattenbauwohnung gelockt und vor ihren Augen einen Pornofilm abgespielt.

Dirk R. hatte sich von Anfang an geständig gezeigt. Mit Tränen in den Augen gab er alles zu. Das hielt ihm das Gericht in der Urteilsfindung zu Gute. Strafmildernd hatten sich zudem die hohe Alkoholisierung und damit die verminderte Zurechnungsfähigkeit des Mannes ausgewirkt. Zur Tatzeit war Dirk R. mit über drei Promille alkoholisiert. Unter einem Vorwand lockte der 52-Jährige am Pfingstwochenende vier Kinder, zwei Jungen und zwei Mädchen, in seine Wohnung in Lütten Klein und zwang sie, einen Pornofilm anzuschauen. Währenddessen lief der heute Verurteilte nackt vor ihnen herum. „Das Gericht konnte nicht feststellen, dass er die Kinder berührt und an sich selbst manipuliert hat“, hieß es von Richter Wolfgang Strauß in seiner Urteilsbegründung. Die strafbare Handlung sei demnach das Zeigen des Pornofilms.

Viel schwerer wiegt hingegen der sexuelle Missbrauch an seiner eigenen Stieftochter. Die heute 28-Jährige hatte fast schon beiläufig in ihrer eigenen Vernehmung angegeben, dass sie damals – als 13-Jährige – von Dirk R. zum Sex gezwungen wurde. In insgesamt fünf Fällen habe der Mann die Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin schwer sexuell missbraucht. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Gunnar Engel, hatte in seinem Schlussvortrag versucht, alle Mittel auszuschöpfen, um Dirk R. eine längere Haftstrafe zu ersparen.

Er berief sich dabei auch auf eine angeblich falsche Presse-Berichterstattung und witterte sogar eine „Kolportage“ gegen seinen Mandanten. Auch weil Engel eine Verunglimpfung seines Verteidigers sah, forderte er lediglich eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren. Das Gericht kam jedoch zu dem Entschluss, dass „die Presseberichterstattung in keinster Weise einer Vorverurteilung gleich komme“. In Auswertung aller Fälle verurteilte das Gericht Dirk R. abschließend zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten.

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