Alle dachten, Paul* hat ADHS – Doch als die Kripo bei den Eltern klingelte, offenbarte sich eine schreckliche Wahrheit. – Eltern klagen an: „Patenonkel“ missbrauchte unseren Sohn!

Hoyerswerda – Seit zwei Jahren verhielt sich Paul T.* (11) auffällig, ein Arzt dachte an ADHS. Doch als die Kripo bei den Eltern Aline (27)* und Silvio T.* (29) klingelte, offenbarte sich dem jungen Paar eine schreckliche Wahrheit.

„Ich dachte, das wäre ein ganz schlechter Scherz“, sagt die Mutter. „Die beiden Polizisten zeigten mir Bilder meines Sohnes, Nacktbilder und anderes, Schlimmeres!“

Die Kinderpornos stammten nicht aus dem Darknet, nicht aus verschlüsselten Dateien, sondern waren ganz offen im Netz zu sehen. Auch der Täter Marcel B. (29) gab sich kaum Mühe, die Tat zu vertuschen, gab auch nach der Hausdurchsuchung den Missbrauch zu.

Kein Fremder für die Eltern: „Er war ein Schulfreund von mir“, sagt Silvio. „Er hat öfter auf die Kinder aufgepasst, nannte sich selbst Patenonkel. Selbst auf unserem Hochzeitsfoto ist er!“

Alle dachten, Paul* hat ADHS

Das Paar wunderte sich zwar, warum Marcel immer nur auf ihren Sohn, nicht auf die Schwester aufpassen wollte, dachte aber an nichts Böses.

Auch Paul selbst schwieg – bis die Polizei kam. „Er wollte plötzlich sehr oft allein sein“, sagt Mutter Aline. „Wurde plötzlich grundlos wütend. Der Arzt dachte an eine Aufmerksamkeitsstörung.“

Paul geht es den Umständen entsprechend gut: „Als er darüber sprechen konnte, hatte ich das Gefühl, dass er sich irgendwie erleichtert fühlte“, sagt die Mutter. „Er wird trotzdem die Traumatherapie besuchen. Wir werden aus Hoyerswerda wegziehen, hier werden er und wir immer wieder daran erinnert.“

Die Staatsanwaltschaft bestätigte den Sachverhalt. Restlos aufklären wird sie den Missbrauch aber nicht können: „Patenonkel“ Marcel B. nahm sich kurz nach der Hausdurchsuchung das Leben.

*Namen von Redaktion geändert

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