Marcel-Heße-Prozess: Lebenslang für Herner Doppelmörder – Eine anschließende Sicherungsverwahrung ist vorbehalten. – Die Details zum Urteil

Bochum/Herne – Das war der letzte öffentliche Auftritt des Herne-Killers für eine sehr lange Zeit: Marcel Heße (20) muss für seine bestialischen Morde für immer in den Knast!

Um 14 Uhr am Mittwoch verkündete das Landgericht Bochum das Urteil. Dazu stellte das Gericht zu dem eiskalt begangenen Doppelmord aufgrund der Brutalität eine besondere Schwere der Schuld fest.

Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Anschließend kommt der Killer in Sicherheitsverwahrung, damit er auch nach seiner Haft – lebenslange Strafe bedeutet in Deutschland maximal 15 Jahre – keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit sein kann.

Rückblick

Wie im Blutrausch hatte Marcel Heße (damals 19) im März 2017 zwei Menschen brutal ermordet: Zuerst lockte er den Nachbarsjungen Jaden (†9) unter einem Vorwand in den Keller, erstach ihn bestialisch. Dabei stach er 58 Mal auf das Kind ein. Später schickte er Bilder des Opfers per Whatsapp an einen Bekannten.

Nach der Tat versteckte Heße sich zunächst in einem Waldstück und suchte dann Unterschlupf bei seinem Freund Christopher W. Als Christopher (†22) am nächsten Morgen aus den Medien erfuhr, dass nach Marcel Heße gefahndet wird und er seinen Bekannten darauf ansprach, zog dieser erneut sein Messer, stach insgesamt 62 Mal auf Christopher ein und strangulierte ihn mit einem Judogürtel. Danach prahlte er im Netz mit seinen schrecklichen Taten, kündigte weitere Morde an, um sich wichtig zu machen. Später wurde er in einem griechischen Imbiss von der Polizei festgenommen. Dort hatte er sich gestellt.

Taten sorgten in ganz Deutschland für Entsetzen

In ganz Deutschland hatten die Taten für Entsetzen gesorgt. Tagelang hatte der Doppelmörder Herne und die gesamte Region in Angst und Schrecken versetzt.

Zu Prozessbeginn hatte Heße über seinen Pflichtverteidiger ein Geständnis abgelegt.

Gutachter einig: Heße voll schuldfähig

Obwohl Heße juristisch gesehen Heranwachsender ist, hatten die psychologischen Gutachterinnen sich im Falle einer Verurteilung für die Anwendung von Erwachsenenstrafrecht ausgesprochen. „Der Angeklagte war in der Lage, sein Verhalten zu kontrollieren“, so Psychologin Prof. Sabine Nowara im Prozess.

Nowara bezeichnete den Angeklagten in ihrem Gutachten als einen „durchschnittlich begabten jungen Mann, ohne besondere Auffälligkeiten“. Sein IQ-Wert liege bei 100 und damit im absoluten Mittelbereich.

Auch Psychiaterin Astrid Rudel konnte keine relevanten Störungen feststellen, vor allem keine, die in den Bereich des Wahnes fallen würden. Es falle dem Angeklagten allerdings sehr schwer, Gefühle auszudrücken.

Auffällig sei darüber hinaus ein Mangel an Schuldbewusstsein und Einfühlungsvermögen. Eine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit könne aber nicht festgestellt werden.

Was bedeutet Sicherungsverwahrung?

Das Gericht verhängt Sicherungsverwahrung nicht als Strafe, sondern als präventive Maßnahme. Sie soll die Bevölkerung vor Tätern schützen, die ihre Strafe bereits verbüßt haben, aber weiter als gefährlich gelten.

Die Täter können theoretisch unbegrenzt eingesperrt bleiben. Die Bedingungen müssen deutlich besser sein als im Strafvollzug, zudem muss es ein größeres Therapieangebot und Betreuung geben. Sicherungsverwahrung kann mit dem Gerichtsurteil oder auch nachträglich angeordnet werden.

Weiter kamen sie zu dem Ergebnis, dass Marcel Heße „zur Tatzeit nicht mehr einem Jugendlichen gleich gestanden hat“.

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