Hervester Kinderschänder zu fünf Jahren Haft verurteilt – Keine Sicherungsverwahrung für vorbestraften Lkw-Fahrer

Dorsten/Essen Ein vorbestrafter Kinderschänder aus Hervest ist nach einer erneuten Serie von Missbrauchstaten zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Aber eine Sicherungsverwahrung für den vorbestraften Lkw-Fahrer gibt es nicht.

Der Angeklagte Lkw-Fahrer aus Hervest, der nun zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, hatte unter anderem gestanden, sich an einem neunjährigen Nachbarsjungen vergangen zu haben. Mit ihrem Urteil von Montag blieben die Richter am Essener Landgericht deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die sechseinhalb Jahre Haft und wegen der besonderen Gefährlichkeit des Lkw-Fahrers auch die anschließende, unbefristete Sicherungsverwahrung beantragt hatte.

Nicht psychiatrisch untersucht

Es besteht ein überragendes Interesse der Allgemeinheit, dass unsere Kinder vor solchen Taten geschützt werden“, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Nach Ansicht der Richter konnte jedoch nicht sicher festgestellt werden, ob es sich bei dem Angeklagten tatsächlich schon um einen gefährlichen Hangtäter handelt. Dazu hätten weitere Feststellungen zu der Persönlichkeit des Hervesters getroffen werden müssen. Das war allerdings nicht möglich, weil sich der Angeklagte geweigert hatte, sich psychiatrisch untersuchen zu lassen.

Bereits 2013 verurteilt

Der 28-Jährige war bereits 2013 wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, die er inzwischen auch abgesessen hat. Die neuen Taten waren nach der ersten Verurteilung passiert. Eines der Opfer war ein Nachbarsjunge, den sich der Angeklagte mit wöchentlichen Taschengeldzahlungen von 50 Cent gefügig gemacht hatte. Mit gravierenden Folgen. „Wir haben es hier mit einem schwer traumatisierten Kind zu tun“, sagte sein Anwalt Michael Schwankl.

60.000 kinderpornographische Medien gefunden

Bei der Durchsuchung der Hervester Wohnung des Angeklagten waren auf Speichermedien außerdem rund 60.000 kinderpornografische Fotos und Filme gefunden worden. Im Prozess hatte der Lkw-Fahrer sofort ein umfassendes Geständnis abgelegt, weitere Fragen zu den Hintergründen aber nicht beantwortet. Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung gehen von einer tief verwurzelten Pädophilie des Angeklagten aus.

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