Vier Jahre Haft für Kinderschänder

Ein 50 Jahre alter Darmstädter hat in der Zeit von Mai 2011 bis Ende 2012 mehrfach die Tochter seiner Lebensgefährtin vergewaltigt und missbraucht. Jetzt muss der Mechaniker ins Gefängnis.

 

Wegen Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs eines Mädchens ist ein 50 Jahre alter Mann aus Darmstadt zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Die zehnte Große Strafkammer des Landgerichts Darmstadt folgte damit am Montag der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger des Mechanikers hatte für eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren plädiert und dem Opfer 10 000 Euro Schmerzensgeld angeboten.

 

Zum Prozessauftakt hatte der Angeklagte am Montagmorgen die mehrfachen sexuellen Handlungen an der inzwischen 18 Jahre alten Tochter seiner Lebensgefährtin gestanden. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann vorgehalten, in der Zeit von Mai 2011 bis Ende 2012 das damals zehn beziehungsweise elf Jahre alte Mädchen sexuell missbraucht und es gezwungen zu haben, ihn bis zum Samenerguss manuell zu befriedigen.

 

Der Vorsitzende Richter Jens Aßling sagte am Montagnachmittag bei der Urteilsverkündung, es bleibe offen, wie es zu den schweren Straftaten kommen konnte. Die Übergriffe hätten spätestens ein halbes Jahr, nachdem der 50-Jährige mit der Mutter des Mädchens zusammengezogen sei , begonnen. „Es lässt uns fassungslos zurück“, sagte Aßling, dass der Angeklagte sich im Bett der Lebensgefährtin an dem Kind vergangen habe, während die Mutter geschlafen habe. Erst nach anderthalb Jahren brachte das Mädchen die Kraft auf, sich gegen die sexuellen Begierden und Wünsche des Partners ihrer Mutter zu wehren und gegen den Mann aktiv zu werden.

 

Die Opfer leiden ein ganzes Leben lang unter den Folgen sexueller Gewalt“, sagte Aßling in Richtung des Angeklagten, der das Urteil zunächst regungslos aufnahm, sich später aber Tränen aus dem Gesicht wischte.

 

Das Gericht hielt dem Angeklagten zwar zugute, dass er nicht vorbestraft sei. Zum anderen habe er „einen großen Schritt getan“ und sich gegenüber der Mutter des Kindes offenbart. Dies sei allerdings erst geschehen, als die Jugendliche gegenüber Verwandten den Missbrauch geschildert habe. Obwohl er die Taten „unumwunden eingeräumt“ habe, konnte er aus Sicht des Gerichts nicht dazu beitragen, alle Taten vollständig aufzuklären. Auch seinem Therapeuten habe er offenbar „noch nicht alles gesagt“, monierte Aßling, der zudem mutmaßte, dass möglicherweise „nur die Spitze des Eisbergs“ durch den Prozess bekannt geworden sei. Angesichts der Massivität und der langen kriminellen Energie komme daher eine Bewährungsstrafe nicht in Betracht. Bei der Bemessung des Strafmaßes wurden vier Vergewaltigungen, schwerer sexueller Missbrauch, Missbrauch einer Schutzbefohlenen und Körperverletzung vom Gericht gewichtet. Aßling sprach von einem „besonders schweren Vertrauensbruch“, den der Angeklagte begangen habe. Sofern er bereit sei, die Taten aufzuarbeiten, sei für ihn die Zukunft gleichwohl „nicht völlig verbaut“.

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