56-Jähriger leugnet sexuellen Angriff auf 13-Jährigen: „Ich wollte reden“

Die Staatsanwaltschaft wirft dem polizeilich bekannten Kinderschänder Bernd K. versuchte sexuelle Nötigung vor. Am 26. Juni 2015 soll er gegenüber einem Jungen übergriffig.

Etliche Jahre saß der Kinderschänder schon im Knast. Dass er danach unter Führungsaufsicht stand, interessierte Bernd K. (56) nicht: Er griff wieder zu. Landgericht, Saal B 218. Am Rollator humpelt er zur Anklagebank.

Der Steuerzahler zahlt ihm ein Taxi von Teupitz (Brandenburg), wo er jetzt wohnt, nach Berlin – und zurück. An allen drei Prozesstagen.

Vor 34 Jahren wird Bernd K. das erste Mal wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Zuletzt vom Landgericht Potsdam am 22. Mai 2006 zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Diese und weitere Bewährungen werden widerrufen. Bis zum 20. Januar 2011 brummt er im Knast die Strafen ab, keine vorzeitige Haftentlassung.

Vorfall an Bushaltestelle in Wannsee

Bis zum 19. Januar 2016 steht er nun unter Führungsaufsicht. Darf sich Kindern nicht nähern. Trotzdem schlägt er am 26. Juni 2015 erneut zu: An einer Bushaltestelle in der Königstraße (Wannsee) spricht er einen 13-Jährigen an, packte ihn am Arm, versucht ihn in den Wald zu zerren.

„Ich hatte keine sexuellen Handlungen vor“, behauptet der Angeklagte, „ich wollte mich mit dem auf die Treppe setzen und reden.“ Richterin: „Warum hielten sie ihn fest?“ Bernd K.: „Wahrscheinlich zu doll zugegriffen, hat er sich losgerissen.“

Ob er gesagt habe: „Komm‘ endlich mit, sonst töte ich dich, die Treppe hoch in den Wald!“, will die Richterin wissen. Bernd K.: „Kann mich nicht erinnern.“ Richterin: „Der Junge wirkte damals wie ein schmächtiger Elfjähriger. Warum er?“ Bernd K.: „Darauf kann ich keine Antwort geben.“

Kinderkrankenschwester Julia K. (26) sah im Vorbeifahren vom Auto aus den wuchtigen Mann an dem kleinen Kind zerren. „Ich drehte um, fuhr auf den Gehweg“, sagt sie. „Der Junge riss sich los, lief rückwärts, der Mann hinterher. Dann ist er abgehauen.“

Sie sei bei dem Kind geblieben. „Der wollte mich entführen“, habe der Junge aufgelöst erzählt, „ich habe schon die Polizei angerufen.“ Die kam erst nach 40 Minuten. Im Prozess bietet der Kinderschänder an, sich zu entschuldigen. Bernd K. stammelt : „Det ick dir weh getan habe, det tut mir wirklich von Herzen leid.“

Weiter 10. Januar. Urteil 13. Januar.

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