Acht Jahre Haft für Altenburger nach Kindesmissbrauch

Altenburger hat gestanden, sich am neunjährigen Sohn seiner Bekannten vergangen zu haben.

Gera/Altenburg. Der 31 Jahre alte Angeklagte wirkte im Gerichtssaal des Geraer Landgerichtes wie ein Häufchen Elend. Hängende Schultern, den Blick meist in die Ferne gerichtet. Bei seinem Geständnis redete er so leise, dass der Vorsitzende Richter Berndt Neidhardt den gebürtigen Altenburger auffordern musste, lauter zu sprechen.

Zum Prozessauftakt hatte Staatsanwältin Dagmar Weber zusammengefasst, was dem Mann zur Last gelegt wird. Im September 2013 soll er sich mit der Mutter des Opfers, die im selben Haus lebte, angefreundet haben. Der damals Neunjährige und die drei Geschwister waren in dieser Zeit im Kinderheim untergebracht und nur an den Wochenenden zu Besuch bei der Mutter. In dieser Zeit hatte der Angeklagte zum Teil die Betreuung der Kinder und im Besonderen des späteren Opfers übernommen. Von Januar bis Juli 2014 war es dann zu ersten sexuellen Handlungen gekommen. Der Altenburger gestand, in 15 Fällen den Jungen im Intimbereich berührt zu haben.

Kontaktverbot wurde missachtet

Bereits in dieser Zeit hatte es erste Vorwürfe gegen den Altenburger gegeben, die ihm aber nicht hatten nachgewiesen werden können. Auch weil das Opfer damals angegeben hatte, dass es keine sexuellen Handlungen gegeben habe.

Einen Grund hierfür sieht die Staatsanwältin in den materiellen und emotionalen Zuwendungen, die der Neunjährige vom Angeklagten erhalten hatte: „So hat er die Aufmerksamkeit erhalten, die er von seiner Mutter nie bekam.“ Ein vom Jugendamt ausgesprochenes Kontaktverbot war in der Folge sowohl vom Angeklagten als auch von der Mutter des Opfers missachtet worden.

Von November 2014 bis Januar vergangenen Jahres war es daraufhin sogar zu schwerem sexuellen Missbrauch gekommen. Der Altenburger räumte ein, mit dem Jungen in 47 Fällen Verkehr gehabt zu haben. Am 23. Januar hatte die Mutter die beiden während einer dieser Handlungen in ihrer Wohnung erwischt und daraufhin Anzeige erstattet.

In der Verhandlung interessierte Staatsanwältin Weber, ob die Mutter von den Vorgängen nichts mitbekommen habe. Darauf äußerte sich der Angeklagte, die Mutter hätte lediglich gesagt, er solle das nicht vor ihren Augen machen: „Sie hat sich nicht wirklich bemüht, etwas rauszukriegen.“ Die Frau steht in Altenburg wegen der Verletzung ihrer Erziehungspflicht in diesem Fall vor Gericht. Am Ende der Verhandlung gestern in Gera stand das Urteil fest: acht Jahre Freiheitsstrafe. Positiv für den Angeklagten wurde sein Geständnis gewertet. Das mache es für den Jungen einfacher, der nicht vor Gericht aussagen musste, sagte Richter Berndt Neidhardt in der Begründung. Verschärfend wirke allerdings die Tatsache, dass der Angeklagte sich der Schwere der Straftaten bewusst gewesen sei, hieß es. Ein psychiatrisches Gutachten hatte seine Schuldfähigkeit festgestellt.

Im Zuge der Ermittlungen wurden auf dem Laptop des 31-Jährigen 300 Bilder und Videos mit kinderpornografischem Inhalt gefunden. Er ist wegen des Besitzes kinderpornografischen Materials bereits vorbestraft.

Das Urteil gegen den Mann, der sich in der Untersuchungshaft versucht hatte umzubringen, ist noch nicht rechtskräftig.

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