Angeklagter ist schuldfähig Prozess um 17-fachen sexuellen Missbrauch von vier Kindern

Halle (Saale) –

Für einen 44-jährigen Hallenser steht viel auf dem Spiel: Der Mann steht zurzeit wegen 17-fachen sexuellen Missbrauchs von vier Kindern vor dem Landgericht. Und er ist bereits mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vorbestraft.

Doch schuldunfähig wegen einer krankhaften pädophilen Neigung ist der Mann keineswegs: „Er ist nicht so sehr darauf fixiert, dass er dies nicht steuern könnte“, sagte ein psychiatrischer Sachverständiger jetzt bei der Prozessfortsetzung. Der Angeklagte sei voll schuldfähig. Wegen der Vorstrafen droht ihm im Falle einer Verurteilung nun eine hohe Haftstrafe.

Rauchen, Computerspiele und Pornofilme

Allerdings bestreitet der Mann die Vorwürfe: Die Kinder, drei Jungen und ein Mädchen aus dem Verwandtschafts- und Bekanntenkreis, hätten die Beschuldigungen nur erfunden. Die Kinder, allesamt unter zwölf Jahren, sollen  laut Anklage zwischen 2013 und 2016 häufig in der Wohnung des Angeklagten gewesen sein – und hätten dort Freiheiten genossen, die sie zu Hause nicht hatten: Rauchen, fernsehen, Computerspiele und Pornofilme sollen auf dem Programm der Kinder gestanden haben, wenn sie sich bei dem 44-Jährigen aufgehalten haben.

Gestörte sexuelle Entwicklung

„Wir waren einfach befreundet“, erklärt der Angeklagte. Denn aufgrund seiner schweren Kindheit, die von Schlägen und Demütigungen geprägt war, sei er emotional auf der Stufe eines Kindes stecken geblieben. Davon berichtete auch der psychiatrische Sachverständige, der als Folge „dissoziale Verhaltensauffälligkeiten“ attestierte: „In seiner Persönlichkeit ist eine Tendenz, soziale Regeln zu missachten.“

Eine Persönlichkeitsstörung sei dies jedoch noch nicht, so der Gutachter. Und so sei auch die gestörte sexuelle Entwicklung eher als dissoziales Verhalten einzuordnen – weshalb der Angeklagte im Falle einer Verurteilung nicht in eine Psychiatrie gehöre sondern   in eine Haftanstalt.
Die Plädoyers sollen am nächsten Verhandlungstag kommende Woche  unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten werden. Die Urteilsverkündung  ist für den 1. Dezember vorgesehen.

– Quelle: http://www.mz-web.de/25109636 ©2016

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