Aufruhr gegen Pädophilen Sex-Täter – Klingenthals Bürgermeister Thomas Hennig (39) will den Pädophilen nicht länger in seiner Stadt haben

Klingenthal – „Warum muss der ausgerechnet hier bei uns leben?“

Das ist seit Tagen die häufigste Frage im weltbekannten Klingenthal im Vogtland, der Skispring-Hochburg mit ihren 8700 Einwohnern.

Die Rede ist von Mike B. (56), einem vorbestraften und laut Gutachtern weiterhin gefährlichen Kinderschänder. Mike B. ist im Sommer in den Klingenthaler Ortsteil Zwota gezogen.

Jetzt herrscht Aufruhr! Es gibt Proteste! Demos! Schmierereien! Und einen Bürgermeister, der sich nur schwer im Griff hat! Der MDR berichtete bereits.

Es gibt verständliche Ängste. Aber es gibt auch teilweise Reaktionen, die an Menschenjagd erinnern.

Gewusst hat vom Zuzug des Kinderschänders niemand. Nicht einmal CDU-Bürgermeister Thomas Hennig (39), der den Posten seit sieben Jahren inne hat und eigentlich so ziemlich alles weiß, was in seiner Stadt vorgeht.

Manuela Behrendt (45): „Im ganzen Ort wird viel über ihn gesprochen. Ohne diesen Zettel wäre das auch nicht bekannt geworden. Aber auch der Mann hat eine zweite Chance verdient. Eine weitere Tat wäre furchtbar.“

Bis letzte Woche plötzlich ein Papier aus einem Zwickauer Polizeicomputer im Ort auftauchte und sich via Facebook und Aushängen verbreitete.

Zu sehen sind Fotos von Mike B. und der Hinweis, dass er Ende August aus der JVA Waldheim entlassen wurde und „aktuell als ISIS-Proband (ISIS – Informationssystem zur Intensivüberwachung besonders rückfallgefährdeter Sexualstraftäter)“ geführt wird.


Seine widerlichen Taten nennt das Geheim-Papier auch: „Ausgangsstraftat ist der sexuelle Missbrauch eines 11-jährigen Mädchens und eines 11-jährigen Jungen.“

Das Landgericht Zwickau hatte Mike B. 2012 zu vier Jahren Haft verurteilt, die drei Missbräuche und Vergewaltigungen der Kinder ereigneten sich 2011 in seiner Chemnitzer Wohnung.

Dieser Mann also lebt jetzt im Ortsteil Zwota – dort, wo die Bewohner erst im Frühsommer über Wochen geschockt waren, weil ein ebenfalls vorbestrafter Vergewaltiger ein 13-jähriges Mädchen verschleppte und sexuell missbrauchte.

Jetzt wieder Zwota. Wieder ein Kinderschänder. Laut Justiz bestand für den 56-Jährigen nach seiner Haftentlassung aus der JVA Waldheim (26. August) freie Wohnungswahl.

Am Sonntag demonstrierten rund 15 Bewohner vor dem Haus, an dessen Tür jemand „Hier wohnt ein Kinderschänder“ geschrieben hatte. Der Sex-Verbrecher saß zu dem Zeitpunkt in seiner Wohnung. Am Samstag soll die nächste Versammlung vor dem Haus stattfinden.

Was die Menschen in Zwota in Angst versetzt: Der verurteilte Kinderschänder wohnt an einer Straße, an der der Schulbus hält. Kitas sind nicht weit, in fast jedem Haus leben Kinder.

Mike B. hat Auflagen bekommen. Er muss sich bei Polizei und Bewährungshelfer melden, bekommt regelmäßig Besuche. Eine Dauerüberwachung findet aber nicht statt, er trägt keine elektronische Fußfessel.

Zwickaus Polizeisprecherin Anett Münster: „Er hat seine Strafe abgesessen. Er ist strafrechtlich jetzt ein Bürger wie du und ich.“

Aber Mike B. ist nach Einschätzung der Justiz weiter gefährlich, „rückfallgefährdet“. Und das bringt Bürgermeister Thomas Hennig in Rage. Im langen Gespräch mit BILD sagte er gestern: „Dieser Mensch hat seine Rechte irgendwo vertan, wie viele Chancen sollen wir so einem geben? Ich möchte eine solche Person nicht in meiner Stadt haben.

Die Stimmung im Ort ist geteilt. Eine jüngere Frau, die einige Gehminuten weiter wohnt, sagt: „Was er getan hat, ist abscheulich. Aber es ist auch abscheulich, wie mit dem Mann umgegangen wird. Auch vom Bürgermeister.“

Ein Mittfünfziger sagt: „Unser Bürgermeister zeigt Stärke, denkt an die Sicherheit seiner Bürger. Wenn der Mann rückfallgefährdet ist, gehört er in eine Anstalt.“

Der Bürgermeister unterstützt die Versammlung am Samstag vor dem Haus des Sex-Täters: „Es ist eine Gedenkminute, bei der wir an Opfer von Verbrechen denken wollen.“ Gleichzeitig hat er Angst, dass Nazis mobil machen und hetzend durch Klingenthal ziehen:

Eine solche Negativstimmung schadet auch dem Tourismus.“

Daher sagt Bürgermeister Hennig: „Ich werde alles dafür tun, dass der Mann unseren Ort verlässt.“ Einen Versuch startet er am Donnerstag: „Ich bin telefonisch mit der Justiz verabredet. Vielleicht können die auf ihn einwirken, dass er Klingenthal verlässt.“

Mag sein, dass das wirklich geschieht. AM Mittwoch war Mike B. nicht zu Hause.

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