Berlin-Kladow – Kind von Tagesmutter misshandelt, und kommt mit 500 Euro davon!

Als Eran H. (32) seine kleine Tochter von der Tagesmutter in Berlin-Kladow abholte, hatte sie Hämatome. Die Staatsanwaltschaft stellte fest, dass die Tagesmutter die Verletzungen zugefügt haben muss. Sie muss 500 Euro zahlen!

Es ist ein Fall, der viele Eltern fassungslos machen wird. Im Frühjahr berichtete die B.Z. über einen schrecklichen Verdacht: Eine Kladower Tagesmutter habe womöglich das einjährige Baby Shani* so verletzt, dass es große Hämatome auf beiden Schenkeln bekam.

Ein Kinderarzt hatte gewarnt, dass ein Erwachsener zugeschlagen haben müsste, um solche Hämatome zu verursachen.

Die Eltern Eran und Shirin H.* (beide 32) waren schon während der damals eingeleiteten Ermittlungen außer sich. Schließlich brachten immer noch Eltern ihre Kinder zum Haus der Tagesmutter, die mit dem Jugendamt Spandau zusammenarbeitet.

Tagesmutter gilt nicht als vorbestraft

Der Verdacht ist jetzt Fakt: Die Staatsanwaltschaft Berlin hat festgestellt, dass Sandra B.* der kleinen Shani die Verletzungen zugefügt hat. Gegen eine Zahlung von 500 Euro für gemeinnützige Zwecke soll das Verfahren jedoch eingestellt werden, damit sei „das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung“ beseitigt. Heißt: Sandra B., die in ihrem Zuhause auf Kinder von null bis drei Jahren aufpasst, kann wie zuvor ihren Job weitermachen und ist nicht vorbestraft. Der Fall wurde wegen Geringfügigkeit nicht vor einem Gericht verhandelt.

In der Begründung der Staatsanwaltschaft heißt es wörtlich: „Die Beschuldigte hat nach der Tat den Kindeseltern gegenüber erklärt, dass sie das Kind habe festhalten müssen, damit es einschlafe. Sie hat auch erklärt, dass sie Schwierigkeiten gehabt habe, dem Kind die Windeln zu wechseln.“ Dem hat die Staatsanwaltschaft Glauben geschenkt, man könne allenfalls eine „fahrlässige Körperverletzung“ in Betracht ziehen.

Eltern sind entsetzt

Vater Eran ist entsetzt. Er zeigte das Staatsanwalts-Schreiben mit der Begründung einer Rechtsmedizinerin der Charité, die mit dem Fall vertraut ist. Die antwortete in einer E-Mail mit ihrem Befund, den sie auch der Staatsanwaltschaft mitgeteilt hatte: Das Kind müsste nach Betrachtung der Hämatome geschlagen oder brutal festgehalten worden sein. Von einem versehentlichen Festhalten könne keine Rede sein.

Eran: „B.s Behauptungen sind Lügen, um aus der Sache rauszukommen. Es kann nicht sein, dass man ein Baby schlagen kann, 500 Euro bezahlt und alles ist gut.“
Er und seine Frau wollen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft nicht hinnehmen. Sie wollen auch nicht hinnehmen, dass das Jugendamt Spandau weiter mit Sandra B. zusammenarbeitet.

Er wolle kein Geld haben, sagt Eran: „Ich will einfach sicherstellen, dass anderen Kindern nicht das passiert, was Shani passierte.“

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