Der Pater brachte Peitsche und Teppichklopfer mit

Jahrzehntelang wurden an kirchlichen Schulen Kinder missbraucht. Die Erwachsenen Opfer kämpfen gegen das Vergessen.
  • Nachdem vor sieben Jahren der Missbrauch am Berliner Canisius-Kolleg aufgedeckt worden war, brach ein Tsunami los.
  • Aus ganz Deutschland meldeten sich Betroffene, die Politik reagierte, schuf einen Beauftragten und einen Runden Tisch.
Warum das wichtig ist:
Auf jedes Opfer, das sich gemeldet hat, kämen zwei bis drei, die lieber schweigen, mutmaßen Betroffene. Sie kämpfen dafür, dass die Skandale öffentlich aufgearbeitet werden.

it seiner Erinnerung ist es ein bisschen wie bei einer Spirale, sagt Matthias Katsch. Wenn er auf den Außenringen ist, kann er erklären, reflektieren, Worte finden für das, was ihm angetan wurde. Aber auf den Innenringen – er nennt es das „Giftdepot“ tief in ihm –, da tut es noch weh. Da sind plötzlich die Bilder wieder da, die Gerüche. Und die Gefühle.

Da sieht er sie wieder vor sich, die Folterinstrumente, die Pater S. für ihn mitgebracht hat an diesem Feiertag im Jahr 1977. Den Teppichklopfer. Das Lineal. Die Geißel, eine Art Peitsche. Es ist kaum jemand im Berliner Canisius-Kolleg an diesem Tag – und der Musiksaal liegt fernab, wo niemand die Schreie hören kann.

Wenn er ihm helfen würde, die Versetzung zu schaffen, dann müsse er sich dafür übers Knie legen lassen – dieses Versprechen hatte Jesuiten-Pater S. sich von seinem Schüler geben lassen. Es würde ihn motivieren zu lernen, hatte er argumentiert. Und es gab ja auch Zuckerbrot.

Er will kein Opfer mehr sein

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