Dokumentarfilm bricht Tabu: Warum man Pädophilen zuhören sollte

„Nichts wäre schöner, als mit einem Kind eine Beziehung zu haben. Aber die Realität steht eben da.“

Pädophilie ist ein absolutes Tabu-Thema. Dabei gibt es in Deutschland geschätzt 250.000 Männer, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen. Ein Dokumentarfilm, der mit Hilfe des Projekts ‚Kein Täter werden‘ der Berliner Charité gedreht wurde, bricht bewusst dieses Tabu. Denn man kann die Männer nicht alle wegsperren. Man muss verstehen, warum aus einer Veranlagung eine Tat wird. Erst dann kann man solche Taten verhindern. Und dafür muss man Pädophilen zuhören.

Sehen Sie im Video einige Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm!

„Nichts wäre schöner, als mit einem Kind eine Beziehung zu haben. Aber die Realität steht eben da.“ Es ist die Lebensbeichte eines Mannes, der sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlt und gegen diese Gefühle ankämpft. Der Dokumentarfilm ‚Stigma‘ zeigt schonungslos die authentischen Aussagen eines Pädophilen, wortwörtlich von Schauspielern in Szene gesetzt: „Ich habe mich mit 13 Jahren im Urlaub in eine Fünfjährige verliebt. Das war ein ganz hübsches Mädchen – blond und mit langen Zöpfen. Da habe ich praktisch meine ersten sexuellen Fantasien gehabt.“

Der Betroffene erzählt seine Geschichte. Dabei wirkt er beinahe liebenswert und sanftmütig. Der Regisseur Peter Jeschke findet, dass man Pädophilen Raum geben sollte: „Viele von ihnen wollen nicht übergriffig werden. Sie sagen, dass sie die Neigung haben, aber nicht ausleben möchten.“

„Nicht jeder Pädophile ist gleich ein Täter“

Mehrere hunderttausend Pädophile leben in Deutschland im Verborgenen. Sie kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten und schweigen aus Angst vor Stigmatisierung. Dabei ist „nicht jeder Pädophile gleich ein Täter“, so Hanns Gieseler vom Institut für Sexualmedizin an der Charité in Berlin. Mit ihnen zu sprechen birgt die Chance, den sexuellen Missbrauch von Kindern zu verhindern.

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