Euskirchen Missbrauchsprozess – Enkelin missbraucht? Prozess spaltet Familie – Ortsvorsteher bestreitet Tat –

Symbolbild

Euskirchen – Der Fall ist kompliziert und spaltet eine Familie: Hat ein Ortsvorsteher aus dem Kreis Euskirchen seine damals zwölfjährige Enkelin mehrfach unsittlich berührt, oder sind die Vorwürfe des Mädchens damals der Fantasie entsprungen? Zum zweiten Mal versucht jetzt das Euskirchener Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richterin Stefanie Diel die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Ein erster Versuch war im November 2016 gescheitert, weil ein medizinisches Gutachten über den gesundheitlichen Zustand des Angeklagten angefertigt werden musste. Dieser ist beschuldigt, seine Enkelin 21-mal im Schlafzimmer seiner Ehefrau sexuell belästigt, ihr seine Hand unter das T-Shirt geschoben oder sie im Intimbereich berührt zu haben. Vorwürfe, die der Angeklagte ganz entschieden bestreitet.

Durch seinen Verteidiger Hagen S. Seipel ließ der bis dato unbescholtene Mann eine mehrseitige Erklärung verlesen. Darin heißt es, er sei beruflich und ehrenamtlich so stark eingespannt, dass es in der fraglichen Zeit – zwischen Januar 2014 und Juli 2015 – weniger als 20 Treffen zwischen ihm und seiner Enkelin gegeben haben könne. Zwar habe es Situationen gegeben, die ihm nun zur Last gelegt würden, doch diese seien keineswegs sexuell motiviert gewesen. Es könne jedoch durchaus vorgekommen sein, dass er das Mädchen zufällig beim Fangenspielen im Brustbereich berührt habe oder dass er sich kurz über sie gebeugt und auf sie gelegt habe, als er auf ihrem Handy etwas anschauen wollte.

Der Verteidiger erklärte, dass das Verhältnis des Angeklagten zum Vater des Mädchens, seinem eigenen Sohn, seit Jahren zerrüttet sei. Der Sohn des Angeklagten habe von diesem einen dringend benötigten Privatkredit erhalten und den Betrag von mehreren Tausend Euro nur teilweise zurückgezahlt.

Der Angeklagte berichtete, er habe nach einer Operation die Fähigkeit zu körperlicher Liebe verloren. Er schlafe, weil er auch stark schnarche, getrennt von seiner Ehefrau in seinem Arbeitszimmer. Die von seiner Enkelin erhobenen Vorwürfe seien unwahr. Sie habe ein normales Verhältnis zum Opa gehabt, und auch ihre Aufenthalte bei dem Ehepaar sowie die Begegnungen mit ihrer Tante und deren Kindern immer sehr genossen.

Mädchen vertraute sich der Oma an

Dass ein Riss durch die Familie geht, seitdem die Vorwürfe gegen den Mann ruchbar wurden, war den Zeugenaussagen zu entnehmen. Während die Ehefrau, die Schwester und die Tochter des Angeklagten – die Tante des mutmaßlichen Opfers – sagten, von einem Missbrauch nichts bemerkt zu haben, schilderten die Mutter und die Großmutter mütterlicherseits, wie ungläubig und entsetzt sie auf die Entdeckung des mutmaßlichen Missbrauchs reagiert hatten. Das Mädchen habe sich seinen Eltern nicht anvertrauen können und deshalb der Großmutter mütterlicherseits alles erzählt.

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