Gewalt in der JVA Tegel – Kindervergewaltiger in Haft verprügelt

JVA Tegel in Berlin. Immer wieder kommt es hier zu Gewalttaten. Foto: Thilo Rückeis

Ein Sicherungsverwahrter (64) wurde von einem 22-jährigen Strafgefangenen massiv attackiert und schwer verletzt.

Gegen 8.50 Uhr alarmierte die JVA Tegel die Feuerwehr. Ein Strafgefangener hatte um 8.50 Uhr in der Montage- und Packhalle den 64-Jährigen Klaus R. angegriffen. Der Angreifer „stand unerwartet auf und schlug dem Sicherungsverwahrten mehrfach mit der flachen Hand ins Gesicht“, bestätigte die Justiz.

Ein Messer – wie Mitgefangene dem Tagesspiegel berichtet hatten, sei nicht verwendet worden. Gegen den 22 Jahre alten Täter wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet.

R. hat in Tegel acht Jahre wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern abgesessen. Ende Juli trat er in Tegel die im Urteil im Jahr 2010 ebenfalls verhängte Sicherungsverwahrung an, die so genannte Haft nach der Haft.

Dem Angreifer droht Haft-„Nachschlag“

„Kinderschänder“ stehen in der Knasthierarchie auf der untersten Stufe, dies könnte das Motiv gewesen sein. Der 22-Jährige muss bis Frühjahr 2018 eine zweijährige Strafe wegen räuberischer Erpressung absitzen. Sicherungsverwahrte und Strafgefangene können nur bei der Arbeit zusammentreffen.

Für den Gewaltausbruch am Montag erwartet ihn nun ein Haft-„Nachschlag“, wie es im Knastjargon heißt. Dem Vernehmen nach ist der 22-Jährige ein kräftiger Mann, der 64-Jährige R. soll nur etwa 1,55 Meter groß sein.

Klaus R. war bereits vor dem letzten Urteil erheblich vorbestraft, die Sicherungsverwahrung wurde 2010 zum Schutz der Allgemeinheit verhängt, so der Richter damals. Die drei Mädchen waren bei den Übergriffen von 1996 bis Juli 2009 anfangs vier bis elf Jahre alt.

Über 60 Taten waren in der Anklage aufgelistet – von Berührungen bis hin zu Vergewaltigungen. Teilweise hatte er seine Opfer vor den Taten mit Drogen betäubt. Oft hatte der Mann, der sich als väterlicher Freund in die Familien eingeschlichen hatte, die Übergriffe gefilmt. Die Polizei fand bei ihm vier DVDs mit Kinderpornografie. R. hatte im Prozess die Vorwürfe pauschal gestanden.

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