Herne-Killer Marcel Heße brach bei Untersuchung zusammen – Kann eigenes Blut nicht sehen. – Gefängnis-Arzt schildert Leben des 20-Jährigen im Vollzug.

Doppelmörder Marcel Heße mit seinem Verteidiger vor Beginn des Prozesstages. Heße sorgte mit seiner neuen Frisur für Raunen im Publikum Foto: Stefano Laura

ls Doppelmörder Marcel Heße (20) von den Wachtmeistern mit dem Aufzug aus dem Vorführtrakt des Bochumer Landgerichts nach oben in den Saal gebracht wird, geht ein Raunen durch die Zuschauermenge …

Bochum/Herne – Marcel Heße trägt seine Haare wieder kurz – so wie bei seinen bestialischen Taten. Er tötete den Nachbarjungen Jaden (9) und seinen Schulfreund Christopher (22). Schnell kommen wieder die Bilder hoch, die er nach den Morden ins Internet gestellt hatte: Er posierte mit blutiger Hand, lachte in die Kamera. 

Dann beginnt der Verhandlungstag im Doppelmordprozess von Herne.

Der Gefängnis-Arzt (70) wird gehört, der für die Gesundheit von Heße im Vollzug zuständig ist. Er hatte den Killer zusammen mit einem Psychiater kurz nach der Festnahme im Gefängnis untersucht.

Der Arzt: „Nachdem Heße dem Kollegen und mir die Taten geschildert hatte, sagte der Psychiater zu mir: ,Das ist ein Monster‘. Wir wussten nicht, wie wir damit umzugehen haben. Vielleicht wollte der Angeklagte sich mit dieser Mitteilung befreien.“

Der Arzt berichtet weiter, dass Hesse in den Freistunden nur am Zaun steht, die Augen geschlossen. Dann erzählt er von einem Arztbesuch, der die Zuschauer im Saal sprachlos macht. Der Mediziner: „Herr Heße ist bei einer Blutentnahme kollabiert. Und die Bemerkung hat mich sehr irritiert: Er sagte, er könne kein Blut sehen.“

Dann berichtet der Anstaltsarzt vom Leben im Vollzug des Doppelmörders. Dr. Jan Michael Eisenhardt: „Er ist eher ein Einzelgänger, bestellt sich Zeitungen und hört Radio. Er ist sehr penibel, was sich beim Essen zeigt. Sechs Brote geschmiert, Rinde abgeschnitten und akkurat auf Kante gelegt.“

80 Tage verbrachte Hesse in Einzelhaft. Mittlerweile darf er mit anderen Gefangenen Kontakt haben. „Er bekommt auch sehr viel Post. Im Regelfall von Frauen, mit eher auffälligem Inhalt.“

Heßes Hirn auf Schäden untersucht

Auch ein Radiologe wird als Zeuge vernommen, der Heße mittels MRT untersuchte. Eine Gutachterin wurde mit einem anonymen Brief darauf hingewiesen, den Angeklagten auf mögliche Schäden zu untersuchen.

Doch der Radiologe konnte nichts feststellen. Er sagte im Prozess: „Wir haben den Hirnschädel auf Auffälligkeiten untersucht. Der Angeklagte hat gut mitgemacht. Wir haben keinerlei pathologische Auffälligkeiten feststellen können. Sein Gehirn ist regelgerecht angelegt.“

Der Prozess wird fortgesetzt.

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