Höchster britischer Kinderschutzbeauftragter «Kinderpornos zu schauen sollte nicht strafbar sein»

Die Forderung nach einer Legalisierung von Kinderporno-Konsum stammt nicht von einem verrückten Politiker, sondern ausgerechnet vom höchsten Kinderschutzbeauftragten Grossbritanniens.

«Kinderpornos zu schauen sollte nicht strafbar sein», sagt Simon Bailey, Polizeipräsident in Norfolk, zur «DailyMail». Polizisten sollten sich auf Pädophile konzentrieren, die direkten Kontakt zu Kindern haben oder Missbrauch in Auftrag geben, zum Beispiel online.

Bailey will demnach «mindere» Vergehen entkriminalisieren und mit Beratung und Rehabilitation bekämpfen. Ihm sei bewusst, dass er mit dieser Forderung anecke.

Der Grund für seine Forderung: Weil sexueller Missbrauch auch gemeldet werden kann, wenn er Jahre zurück liegt, seien die Polizeisysteme an eine «Sättigungsgrenze» gelangt. Jetzt sei ein Punkt erreicht, das Blatt zu wenden. «Wir müssen nach Alternativen suchen.»

Auslöser war Savile

Tatsächlich wird die britische Polizei mit Pädophilie-Fällen überhäuft: 112 Klagen gehen täglich ein, fast 70’000 Ermittlungsfälle registrieren die Behörden pro Jahr.

Auslöser der Flut war der Skandal um den früheren BBC-Moderator Jimmy Savile (†84). Die TV-Grösse soll Hunderte Kinder, junge Erwachsene und Sterbende missbraucht und Tote geschändet haben – und das über einen Zeitraum von rund 50 Jahren. Vorwürfe waren zwar bereits zu Lebzeiten des Moderators aufgekommen, Ermittlungen wurden allerdings erst 2012, ein Jahr nach dem Tod Savilles, aufgenommen. Seither kommen in Grossbritannien immer mehr Fälle ans Licht, die Jahrzehnte zurück liegen.

«Risikoarme Täter»

Im Gegensatz zu Tätern wie Savile seien Konsumenten von Kinderpornos viel harmloser, ist Bailey überzeugt. «Wie soll die Polizei diese Anzahl Fälle lösen können, wenn sie sich mit diesen risikoarmen Tätern herumschlagen muss?» Bailey stellt gar in Frage, ob Täter, die Kinderpornos schauen, überhaupt ein Risiko darstellten.

Der Missbrauch beginnt offenbar erst beim Bezahlen: Wer seine Kreditkarte zücke, um Missbrauch an Kindern – zum Beispiel in den Philippinen – in Auftrag zu geben, der solle «grundsätzlich weggesperrt» werden.

Peter Sanders von der Gesellschaft für in der Kindheit missbrauchte Menschen bezeichnet diese Forderung als «nicht hilfreich für den Kinderschutz». (meg)

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