Horrorfund: Baby-Leiche trieb in Pfingstbergweiher – Kriminalpolizei bittet jetzt die Bevölkerung um Mithilfe: Zeugen gesucht

Das Gebiet rund um den Pfingstbergweiher ist weiträumig abgesperrt. © Foto: MANNHEIM24/PR-Video/Priebe

MANNHEIM – Grauenhafter Fund am Pfingstbergweiher: Die Leiche eines Säuglings treibt im eiskalten Wasser. Ein Spaziergänger mit Hund hatte gestern gegen 9 Uhr den leblosen Körper entdeckt und die Polizei verständigt. Eine Streife des Polizeireviers Neckarau holt den Körper des Neugeborenen aus dem Wasser. Innerhalb einer halben Stunde wird der See nahe dem Gewerbegebiet Mallau von mehreren Dutzend Beamten hermetisch abgeriegelt. Ein Polizeihubschrauber macht Geländeaufnahmen, die Kriminaltechnik sucht den gesamten Uferbereich ab, ein Tauchereinsatz wird vorbereitet. „Wir wollen vermeiden, dass hier wertvolle Spuren zerstört werden“, sagt Polizeipressesprecher Michael Klump, während hinter ihm zwei Kriminaltechniker zum Weiher gehen.

Beobachtet wird die Polizeiarbeit von Anwohnern der nahen Wohnsiedlung. Zwischen kargen Häuserblöcken stehen einige Frauen, die über den Fall sprechen. „Das ist mir unerklärlich. Wer macht so etwas?“, sagt eine Frau mit Kinderwagen und schüttelt den Kopf.

Erste Ermittlungen ergaben, dass es sich bei dem toten Kind um ein Mädchen handelt. Über Identität und Alter wollte Pressesprecher Klump, der vor Ort ein mobiles Infozentrum eingerichtet hat, „aus ermittlungstechnischen Gründen“ am Freitag keine Angaben machen.

Eine Obduktion des Leichnams soll nun weitere Erkenntnisse liefern. Klump glaubt, dass frühestens kommende Woche Näheres bekannt gegeben wird. Eine Sonderkommission mit 30 Beamten ist bereits am Freitag eingerichtet worden.

Über die Hintergründe der Tat oder den Zeitpunkt eines möglichen Totschlags des Babys will die Kriminalpolizei nicht spekulieren. „Zur Todesursache sind die Ermittlungen bislang in alle Richtungen offen“, sagte Klump. Eine Totgeburt könne bislang ebenso wenig ausgeschlossen werden wie mögliche Gewalteinwirkungen. Wie lange das tote Baby im See gelegen hat, ist ebenso unbekannt.

„In Zeiten von Babyklappen ist so etwas doch nicht nötig“, schreibt ein Nutzer in einem lokalen Internetforum. Auch Mannheim verfügt über eine solche Klappe, in der Neugeborene anonym abgelegt werden können. Seit Einführung der Babyklappen im Jahr 2001 sind dort in Baden-Württemberg etwa 90 Säuglinge abgegeben worden. Zudem können Schwangere die Möglichkeit einer vertraulichen Geburt nutzen – 2014 trat ein entsprechendes Gesetz in Kraft. Bis 2016 kamen im Südwesten auf diese Weise 21 Babys zur Welt – Babys, die leben.

In der Region war vor fast einem Jahr im pfälzischen Schifferstadt ebenfalls ein toter Säugling entdeckt worden – in einem Altkleidersack. Die 19 Jahre alte Mutter wurde später in Sinsheim bei Mannheim festgenommen.

Zeugen gesucht

Die vor Ort ermittelnde Kriminalpolizei bittet jetzt die Bevölkerung um Mithilfe:

  • Wer hat im Zusammenhang mit der Ablage des Säuglings im Uferbereich beziehungsweise im Wasser des Pfingstbergweihers verdächtige Beobachtungen gemacht?
  • Wer kann Hinweise zu einer kürzlich beendeten Schwangerschaft geben, in deren Folge der Verbleib des Neugeborenen ungeklärt ist?
  • Auch Zeugen, die im Zusammenhang mit der Ablage des Säuglings im Uferbereich oder im Wasser Beobachtungen gemacht sollen sich melden!

Hinweise werden unter ☎ 0621/174-4444 oder dem Polizeinotruf 110 entgegengenommen.

 

 

 

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