Sexueller Missbrauch – Was ist das?

10330514_1130382960320214_6725948958331971538_nWas versteht man unter sexuellem Missbrauch?
Sexueller Missbrauch von Kindern ist jede sexuelle Handlung, die an Mädchen und Jungen gegen deren Willen vorgenommen wird oder der sie aufgrund körperlicher, seelischer, geistiger oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen können. Der Täter oder die Täterin nutzt dabei seine/ihre Macht- und Autoritätsposition aus, um eigene Bedürfnisse auf Kosten des Kindes zu befriedigen.
Bei Kindern unter 14 Jahren ist grundsätzlich davon auszugehen, dass sie nicht zustimmen können. Dies bedeutet, dass ein Missbrauch auch dann vorliegt, selbst wenn ein Kind damit einverstanden wäre.
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Was ist der Unterschied zu „sexueller bzw. sexualisierter Gewalt“?
Diese Begriffe bezeichnen die gleichen Handlungen wie „sexueller Missbrauch“ und werden in der Fachpraxis und in der Wissenschaft häufig anstelle von „sexuellem Missbrauch“ verwendet. Die Formulierung „sexuelle Gewalt“ stellt heraus, dass es sich um Gewalt handelt, die mit sexuellen Mitteln ausgeübt wird. Der Begriff „sexualisierte Gewalt“ geht noch einen Schritt weiter und verdeutlicht, dass bei den Taten Sexualität funktionalisiert, also benutzt wird, um Gewalt auszuüben.
In Deutschland wird jedoch eher der Begriff „sexueller Missbrauch“ in der breiten Öffentlichkeit, in den Medien und von vielen Betroffenen verwendet. Auch das Strafgesetzbuch spricht von sexuellem Missbrauch.
Wo beginnt sexueller Missbrauch?
Er beginnt da, wo es zu sexuellen Handlungen kommt – zum Beispiel Streicheln der Genitalien, Masturbieren vor einem Kind, Zungenküsse, Pornos zeigen – und wo Bedürfnisse auf Kosten des Kindes befriedigt werden. Wird beispielsweise ein Kind beim Wickeln im Genitalbereich eingecremt, kann das eine sexuelle Handlung sein, wenn sie der wickelnden Person zur Bedürfnisbefriedigung dient. Hat sie aber rein pflegerische Gründe, ist sie kein Missbrauch.
Viele Fälle sind schwer einzuschätzen, weil die Motivation des Erwachsenen schwer zu ermitteln oder zu beweisen ist. Die Gefühle des Kindes führen dabei nicht unbedingt zur Klärung: Beispielsweise ist ein Unbehagen des eingecremten Kindes kein Beweis für Missbrauch, und umgekehrt schließen angenehme Gefühle beim Kind Missbrauch nicht aus. Dennoch können Gefühle von Mädchen oder Jungen wichtige Hinweise sein, um auf sexuellen Missbrauch aufmerksam zu werden.
Wo beginnt sexueller Missbrauch? Diese Frage wird häufig aus Verunsicherung gestellt, ob man, ohne es zu wissen, bereits Missbrauch begeht. Diese Verunsicherung lässt sich zerstreuen, wenn man weiß:Missbrauch aus Versehen gibt es nicht! Denn jeder Täter beziehungsweise jede Täterin weiß, ob er seine oder sie ihre Bedürfnisse auf Kosten eines Kindes befriedigt.
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In welchem Umfeld kommt es am häufigsten zu Missbrauch?
Sexueller Missbrauch findet dort am häufigsten statt, wo sich Kind und Täter beziehungsweise Täterin kennen, also im sozialen Umfeld der Kinder und Jugendlichen. Dazu gehören der Freundes- und Bekanntenkreis der Familie, die Nachbarschaft sowie die Familie selbst. Auch in Bildungs-, Sport- und Freizeiteinrichtungen erleben Mädchen und Jungen sexuellen Missbrauch. Nur wenige Täter sind den betroffenen Kindern oder Jugendlichen wirklich fremd. Zwar kommt es zum Beispiel im Internet zu sexuellem Missbrauch durch Fremde, doch auch diese bauen im Vorfeld strategisch Beziehungen auf, so dass sie den Mädchen und Jungen zumindest vertraut erscheinen.
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Was versteht man unter ritueller Gewalt?
Rituelle Gewalt ist die systematische Anwendung schwerer körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt in Gruppen. Häufig dient eine Ideologie (beispielsweise Satanismus, Faschismus) als Rechtfertigung. Es gibt Verbindungen zur organisierten Kriminalität (vor allem Zwangsprostitution, Kinderpornografie) und ein Schweigegebot. Ausstiegswillige werden unter Druck gesetzt, erpresst und verfolgt. In manchen Gruppen (beispielsweise solchen, die satanische Kulte praktizieren) sind Familien generationenübergreifend eingebunden. Es erfolgt eine frühkindliche Bindung an Täter, Kult und Ideologie. Funktionalität und Gehorsam werden durch Konditionierung und Programmierung („Mind Control“) erzwungen.
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