Karla Jacinto Opfer sexuellen Missbrauchs und Menschenhandels, sie wurde zur Prostitution gezwungen. Heute kämpft Sie gegen moderne Sklaverei

Karla Jacinto wurde nach eigenen Angaben vier Jahre lang 30 Mal am Tag vergewaltigt

Sie schlugen mich mit Stöcken. Sie schlugen mich mit Kabeln. Sie schlugen mich mit Ketten.“

Mit 12 Jahren wurde Karla Jacinto Opfer sexuellen Missbrauchs und Menschenhandels, sie wurde zur Prostitution gezwungen. Die Tortur dauerte vier Jahre – erst mit 16 wurde sie bei einer Polizeirazzia gerettet.

Da war sie nach eigenen Angaben schon etwa 43 200 Mal missbraucht worden, wie sie dem Nachrichtensender CNN bereits 2015 gegenüber offenbarte.

30 Vergewaltigungen am Tag, sieben Tage die Woche, vier Jahre lang.

► Heute setzt sich die 24-Jährige für Mädchen ein, denen ein ähnliches Leid widerfährt.

Karla Jacinto ist zu einer bedingungslosen Kämpferin gegen sexuellen Missbrauch und Menschenhandel geworden, wie CNN in einem aktuellen Beitrag berichtet.

Sie brauchte viele Jahre, um die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten: „Es gab Menschen, die lachten, nur weil ich weinte. Ich musste meine Augen schließen, damit ich nicht sah, was sie mit mir taten.“

Als besonders verstörend und hemmend bezeichnete sie die Verwicklungen von Staatsangestellten (Polizisten, Politiker, usw.) in die Prostitution Minderjähriger.

Die Opfer wüssten nicht, an wen sie sich wenden sollten, wenn sogar Polizisten zu ihren „Kunden“ gehören, sagt sie heute: „Die uniformierten Polizisten kamen in den Raum, in dem wir waren. Wir mussten alles tun, was sie wollten. Das Ganze dauerte drei bis vier Stunden.“

Rosi Orozco, eine ehemalige mexikanische Politikerin, die jetzt als Aktivistin gegen den Menschenhandel tätig ist, erklärt, dass zu Jacintos größten Peinigern Männer in Machtpositionen zählten: „Sie hatte Richter, Priester, Pastoren, Polizisten unter ihren Kunden. Also wusste sie, dass sie von den lokalen Autoritäten keinen Schutz erwarten durfte.“

Bei einer Konferenz im Vatikan, die sich dem Thema der modernen Sklaverei widmete, hatte die junge Mexikanerin Gelegenheit, mit Papst Franziskus über ihre Geschichte zu sprechen.

Den Papst zu treffen, so sagte sie CNN-Korrespondent Rafael Romo später, sei eine „eine der schönsten Erfahrungen“ für sie gewesen.

Karla Jacinto bereist viele Länder und hält dort Vorträge über Menschenhandel und Zwangsprostitution. Ihr Ziel ist es, das Bewusstsein der Menschen dafür zu schärfen und hilflose Mädchen und auch Jungs vor den dunklen Machenschaften zu beschützen.

Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Wordpress Anti-Spam durch WP-SpamShield