Kinderschänder Ingolf P. „Wie konnte er das nur meiner Lisa antun?!“

Kinderschänder Ingolf P. (56) wurde zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, weil er jahrelang seine eigene Tochter missbrauchte. Im KURIER erzählt jetzt die Mutter eines achtjährigen Mädchens, wie der Köpenicker Pornofilme mit ihr machte.

Die 29-jährige Mutter Karo* (alle Namen geändert) will anonym bleiben. Auch ihrer Tochter zu liebe. Dennoch will sie nicht verschweigen, was dieser pädophile Mann noch alles getan hat.

Es begann auf einer Familienfeier im Frühjahr 2015. Ingolf P. bot an, Lisa* könne auch mal bei ihm bleiben. Ihre Mutter: „Ich dachte mir nichts dabei, konnte Ingolf doch gut mit Kindern und irgendwie war er auch ein Teil der Familie.“ In den Sommerferien verbrachte Lisa dann ein paar Tage bei Ingolf. „Meine Tochter war wie immer, ich ahnte nichts“, erinnert sich die 29-Jährige.

Missbrauch und Kinderpornografie

„Im September 2015 hatte ich plötzlich ein Schreiben vom Landeskriminalamt im Briefkasten.“ Der Anruf am nächsten Tag veränderte in wenigen Sekunden ihr ganzes Leben. Der Beamte sprach von Missbrauch und Kinderpornografie. Ihr wurde mitgeteilt, dass es den Verdacht gäbe, ihre Tochter könnte von Ingolf P. missbraucht worden sein.

Karo: „Ich war sprachlos und schockiert“. Nach der Befragung ihrer Tochter wurde ihr mitgeteilt, dass Lisa sich an nichts erinnern könne, sie aber nicht mehr zu Ingolf möchte. „Dort müsse sie immer Mittagsschlaf machen“, hatte das Mädchen den Polizisten verraten. Knapp ein Jahr dauerten die Auswertung der über 800 Fotos und mehr als ein Dutzend Videos, die bei P. sichergestellt wurden. „Ich konnte nicht mehr, ich stand kurz vor einem Zusammenbruch – wie konnte er das meiner Lisa nur antun?“ Ein Foto hat sich Karo tief eingebrannt: „Mir wurde ein Foto gezeigt, auf dem sie schlafend, breitbeinig und ohne Unterwäsche auf seinem Bett liegt.“

Auf einem Video, das die Beamten ihr vorspielten, lag Lisa zusammen mit Ingolf P. im Bett. Sie schlief und er war nur mit einem Schlüpfer bekleidet. Ende 2016 veranlasste Karo dann eine einstweilige Verfügung gegen P., wodurch er sich bis auf 50 Meter nicht mehr der Schule von Lisa und dem Wohnhaus der Familie nähern durfte. „Er hielt sich aber nicht daran und fuhr ständig mit seinem Fahrschulwagen bei uns vorbei“. Im Februar 2017 wurde der Fall Ingolf P. beim Landgericht Berlin verhandelt. „Grundsätzlich könne ich hier nichts bestreiten“, sagte P. zu Beginn des Prozesses. Auch Ingolf’s Tochter Dana war als Hauptzeugin vor Gericht – sie schwieg nicht mehr.

8 Monaten Haft

„Mir zitterten die Hände, als die Staatsanwaltschaft von einem Video erzählte“, so Karo. Auf diesen soll Lisa zusammen mit Ingolf P. zu sehen sein – nackt in der Badewanne. Der 56-Jährige hatte dem Mädchen immer wieder audrücklich verboten, nichts ihren Eltern davon zu erzählen.  Ein Satz von Ingolf P. vor Gericht brannte sich bei Karo bersonders ein: „Er bedankte sich dafür, dass seine Tochter Dana ihn angezeigt hat, sonst hätte er mit Lisa weitergemacht“.

Vor fünf Tagen wurde Ingolf P. wegen des Missbrauchs an seiner Tochter in 168 Fällen sowie in zwei Fällen zu Lasten von Lisa zu 4 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt. Karo: „Ich war einerseits erleichtert, aber auch sehr enttäuscht über das viel zu milde Urteil.“

Bild Foto: Pudwell

Artikel Berliner Kurier

Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Wordpress Anti-Spam durch WP-SpamShield