Kindesmissbrauch-Prozess geplatzt

Kyffhäuserkreis. Eigentlich sollte kurz vor Weihnachten im Prozess um sexuellen Kindesmissbrauch das Urteil gegen einen 42-Jährigen aus dem Kyffhäuserkreis verkündet werden. Doch der Prozess vor dem Landgericht Mühlhausen platzte, weil ein Glaubwürdigkeitsgutachten zu den Aussagen der 15-Jährigen angefertigt werden soll.

Die Aussagen würden nun von einem Sachverständigen begutachtet und dann neu verhandelt, sagte eine Gerichtssprecherin. Die Jugendliche hatte zu Prozessauftakt Anfang Dezember 2016 unter Ausschluss des Angeklagten ausgesagt, war aber nach der Aussage im Gerichtssaal verblieben und schien kein Problem damit zu haben, mit ihm in einem Verhandlungssaal zu sitzen.

Der Angeklagte aus dem Altkreis Artern bestreitet die ihm zur Last gelegten zehn Übergriffe auf die damals Zwölfjährige. Zugegeben hat er, dass sich die kinderpornografischen Dateien auf seinem Firmenrechner befanden. Diese wurden bei der Durchsuchung seiner Wohnung im März 2015 gefunden.

Heruntergeladen habe sie sein Sohn und dessen Kumpels, rechtfertigte sich der Mann zu Prozessauftakt. Zu diesem Gerät hätten alle aus der Familie Zugriff. Die sexuellen Übergriffe bestritt er vehement. Die Durchsuchung fand statt, nachdem die Tochter des Angeklagten eine Anzeige bei der Polizei erstattet hatte. Die Zeugin hat im Prozess keine Aussage gemacht.

Die Taten sollen sich laut Anklage im Jahr 2013 in der Wohnung des 42-jährigen Angeklagten an verschiedenen Orten ereignet haben.

Das Mädchen sei sehr aufdringlich gewesen

Es soll nicht nur Berührungen, sondern mehrfach Geschlechtsverkehr stattgefunden haben. „Ich habe sie nie angefasst“, verteidigte sich der Angeklagte.

Der Erstkontakt sei übers Internet passiert, weil es in der Familie der angeblichen Geschädigten ein Problem mit dem Computer gab und er solche Geräte reparieren könne. Aus diesem Kontakt entwickelte sich eine Freundschaft zur Mutter und zur Tochter.

Beide hätten sich in ihn verliebt. Sie kochten zusammen, machten Ausflüge und verbrachten viel Freizeit miteinander.

Das Mädchen sei seiner Auffassung nach sehr aufdringlich gewesen, weswegen es auch Gespräche mit dem Jugendamt gegeben habe. Das Kind sei immer wieder zu ihm gelaufen gekommen – aus dem übernächsten Ort, der zwölf Kilometer entfernt liegt. Sie sei auch mit seinem Sohn zusammen gewesen. Es habe auch mal einen Monat ohne Kontakt gegeben. Zuletzt hätten sie sich im Februar 2014 gesehen.

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