Kripo ermittelt gegen Lehrer – 40-Jähriger soll Schüler sexuell missbraucht haben / Computer sichergestellt

 Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstagmorgen mitteilten, waren der Schulleitung die Vorfälle Anfang November bekannt geworden. Die Schulleitung habe sofort die Polizei informiert. Kripo und Staatsanwaltschaft ermitteln nun wegen sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener gegen einen 40-jährigen Lehrer.

Sie gehen derzeit davon aus, dass der Lehrer über Online-Chats Kontakt zu Jugendlichen suchte. Offenbar habe er diese dazu gebracht, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen und das im Bild festzuhalten. In einem Fall sei es zu einigen persönlichen Treffen gekommen, berichtete Oberstaatsanwalt Uwe Braun.

Mit Infoblättern in den Klassen bittet die Staatsanwaltschaft um weitere Hinweise auf Betroffene

Das Ganze habe sich offenbar zwischen Herbst 2015 und November dieses Jahres ereignet. Derzeit seien Polizei und Staatsanwaltschaft vier Opfer bekannt, sagte Braun. Die Betroffenen seien alle männlich und zwischen 16 und 18 Jahren alt. Die Werner-von-Siemens-Schule ist eine berufsbildende Schule, sie wird von Schülern ab dem 16. Lebensjahr besucht.

Bereits am Tag nach dem Bekanntwerden der Übergriffe durchsuchte die Polizei die Wohnung des Lehrers. Dabei seien Computer, Laptop, Smartphone und eine Reihe von Datenträgern sichergestellt worden.

Braun sagte, die Auswertung der sichergestellten Computerdateien gebe Anlass zu weiteren Ermittlungen zum Umfang der Taten. Auch, ob es weitere Betroffene gibt, sei noch nicht geklärt. Zu den bisherigen Erkenntnissen darüber, wie die Vorfälle zustande kamen, wollte Braun sich am Dienstag nicht äußern.

Die Polizei habe bislang einen Jugendlichen vernommen. Wie Braun sagte, war dessen Eltern ein Handy-Chat mit dem Lehrer aufgefallen. Sie informierten die Schulleitung, diese rief die Polizei. Die Schulleitung habe vorbildlich und schnell gehandelt, sagte Braun.

An der Werner-von-Siemens-Schule ließ die Schulleitung in den Klassen Infoblätter verteilen, in denen die Vorfälle thematisiert werden. Darin werden Schüler und Eltern auch aufgefordert, sich vertraulich zu melden, wenn sie selbst betroffen sind oder Hinweise zu den Vorfällen geben möchten. Schulleiter Michael Diehl sagte, der schulpsychologische Dienst sei eingeschaltet worden. Außerdem habe er das Geschehen im Kollegium besprochen. Er bedauere die Vorfälle zutiefst, die Schule wolle zur raschen Aufklärung beitragen.

Oberstaatsanwalt Uwe Braun geht davon aus, dass es Anfang des neuen Jahres weitere Vernehmungen gibt. Der 40-jährige Lehrer lasse sich mittlerweile von einem Anwalt vertreten. Ob und wie er sich bislang geäußert hat, mochte Braun am Dienstag nicht sagen.

Der Pädagoge sei direkt nach dem Bekanntwerden der Vorfälle vom Dienst suspendiert worden, sagte Dirk Fredl, Sprecher des Staatlichen Schulamts im Weilburg. Gegen den Mann sei auch ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Zunächst warte das Schulamt aber die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ab.

Die Werner-von-Siemens-Schule ist mit rund 2300 Schülern eine der größten Schulen der Region. Zum Kollegium gehören mehr als 100 Lehrer.

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