Magnus Gäfgen der Mörder von Jakob von Metzler will freikommen – 15 Jahre nach der Tat

Foto: Mario Vedder

Kassel/Frankfurt – Der Mörder (42) von Bankierssohn Jakob von Metzler, will auf Bewährung freikommen!

Rund 15 Jahre nach der Tat läuft bei der Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Kassel ein Antrag auf Aussetzung der Haftstrafe zur Bewährung, wie der Sprecher des Landgerichts, Martin Kolter, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Täter hat seinen Geburtsnamen Magnus Gäfgen inzwischen geändert.

Entscheidung noch 2017

Das Landgericht Frankfurt hatte den damaligen Jurastudenten im Juli 2003 zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Dieser hatte den elfjährigen Jakob von Metzler im September 2002 entführt und ermordet. Internationale Resonanz fand der Fall, weil die Polizei im Verhör Folter androhte, um das Leben des entführten Kindes zu retten.

Nach seiner Verurteilung beschäftigte der Mörder zahlreiche Gerichte mit verschiedenen Klagen und Beschwerden.

Der Fall Jakob von Metzler (11)

► Es ist der 27. September 2002, als der Jura-Student Magnus Gäfgen Bankierssohn Jakob von Metzler (11) vor seiner Schule abfängt. Unter einem Vorwand lockt er den Jungen in seinen Wagen und fährt zu seiner Wohnung. Dort erstickt er den Elfjährigen nur kurz darauf, versteckt die Leiche in einem Weiher bei Birstein (Hessen).

Den besorgten Eltern schreibt Gäfgen einen Erpresserbrief, beteuert, dass ihr Sohn noch lebe. Für die vermeintliche Freilassung des Jungen fordert er eine Million Euro Lösegeld.

► Der Jura-Student bekommt das Geld. Vom Lösegeld geht der Kindermörder seelenruhig mit seiner Freundin einkaufen, Eis essen, bestellt einen Mercedes und bucht eine Flugreise.

Die ganze Zeit über wird er von der Polizei beobachtet. Die Beamten sind längst auf seiner Spur, hoffen, dass er sie zum Versteck des entführten Kindes führt. Vergeblich, denn Jakob ist längst tot. Als Magnus Gäfgen sein Auto in der Parkbucht P9-U3 der Tiefgarage des Frankfurter Flughafens abstellt, greift die Polizei zu – denn sie befürchtet, dass er sich ins Ausland absetzt.

► In Gäfgens Wohnung entdecken die Beamten fast das komplette Lösegeld. Doch von Jakob fehlt jede Spur.

Beim Verhör am 1. Oktober 2002 nennt der Entführer ein falsches Geiselversteck und lässt die Ermittler auch weiterhin in dem Glauben, dass der Junge noch immer lebt. Der damalige Frankfurter Vize-Polizeipräsident Wolfgang Daschner hofft, das Kind noch retten zu können und lässt Gäfgen Schmerzen androhen.

► Erst nach Androhung körperlicher Gewalt verrät er das Versteck der Kinderleiche.

Vor Gericht bettelt Gäfgen um Gnade – vergeblich. „Jakob von Metzler ging ahnungslos mit dem Angeklagten in dessen Wohnung und starb einen schrecklichen und qualvollen Tod. Es war sein letzter Schultag vor den Herbstferien. Der Angeklagte hat Jakobs Tod gewollt. Die von Zeugen geschilderte Nettigkeit ist nur ein Wesenszug von ihm. Seine andere Seite ist von Skrupellosigkeit und maßloser Geldgier geprägt“, sagt der Richter.

► Am 28. Juli 2003 verurteilt ihn das Landgericht Frankfurt wegen Mordes zu lebenslanger Haft. „Er hat heimtückisch gemordet. Er hat Jakob in seine Wohnung gelockt. Er hat aus Habgier gehandelt. Es ging um einen Luxus, von dem er glaubte, er stünde ihm zu. Und er hat zur Verdeckung einer anderen Straftat getötet. Wäre Jakob am Leben geblieben, hätte er den Täter nennen können“, begründet der Richter das Urteil. Besonders „perfide“ an der Tat sei, dass das Erpresserschreiben die Eltern glauben ließ, dass Jakob noch lebt.

Vize-Polizeipräsident Daschner wird wegen der Folterdrohung zu einer „Verwarnung mit Strafvorbehalt“ und wegen Nötigung im Amt zu 10 800 Euro Geldstrafe verurteilt.

► Am 4. August 2011 spricht die vierte Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt Gäfgen wegen der Folterdrohung 3000 Euro Schmerzensgeld zu.

Am 23. September 2014 wird sein Antrag auf Namensänderung genehmigt und am 30. September 2014 wirksam. Am 22. Dezember 2014 wird die Urkunde beglaubigt und ans Landeskriminalamt Hessen nach Wiesbaden geschickt. Gäfgens Gründe für die Änderung sind, dass die Mehrheit der Bevölkerung diesen Namen kennt und mit dem Kindsmord verbindet.

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