Neue Beweismittel gegen Daniel Brumberg aufgetaucht Vermisster Jörn aus Berge: Onkel jetzt per Haftbefehl gesucht

Nach 22 Wochen kommt Bewegung in den Fall des vermissten 15-jährigen Jörn aus Berge. Der ebenfalls seit dem 10. Juni verschwundene Onkel des Jungen wird nun per Haftbefehl gesucht.

In den nächsten Tagen soll eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem 44-jährigen Daniel Brumberg veranlasst werden. Der ehemalige Ratsherr aus Herford sei zur sofortigen Festnahme ausgeschrieben, sagte Staatsanwalt Christoph Mackel, Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft. Ihm würden sowohl sexueller Missbrauch eines Kindes als auch sexueller Missbrauch eines Schutzbefohlenen vorgeworfen.

Wo sich Brumberg, der selbst Vater von zwei Kindern im Grundschulalter ist, mit seinem Neffen aus Hamm aufhält, ist weiterhin völlig unklar. Auch der blaue C-Klasse-Mercedes des Unternehmensberaters ist nie wieder aufgetaucht. Nicht ein einziger Hinweis zum Aufenthaltsort ist seit dem 10. Juni bei der Polizei eingegangen. Bislang hatte allein die Hammer Polizei nach dem 15-jährigen Jörn gesucht.

Bislang nicht als potenzieller Straftäter eingestuft

Der Kommunalpolitiker Brumberg, für den die Staatsanwaltschaft Bielefeld zuständig ist, war von den Ermittlern aus Ostwestfalen monatelang nicht als potenzieller Straftäter eingestuft worden.

Die Wende im Fall Jörn wurde durch das Auffinden neuer Beweismittel eingeleitet. Nunmehr sind offenbar auch die Bielefelder Strafverfolger davon überzeugt, dass sich Brumberg dem Teenager aus Berge bereits vor dessen 14. Geburtstag sexuell genähert und damit strafbar gemacht hat.

„Wir sind schon froh über die jetzige Entwicklung“, sagte gestern Rechtsanwalt Ralph Reckmann, der die Eltern Carmen und Wolfgang Schur in dieser Angelegenheit vertritt. „Das ist endlich mal eine positive Nachricht“, lautete auch der erste Kommentar der beiden Elternteile. Bitter bleibt jedoch, dass so viel Zeit verstreichen musste, bis die Haftbefehls-Entscheidung nun ergangen ist.

Anwalt beklagt Schlamperei bei der Polizei

Die neuen Beweismittel wurden in Brumbergs Wohnhaus im ostwestfälischen Löhne nicht von der Polizei, die das Objekt am 10. Juni offiziell durchsucht hatte, sondern Anfang Oktober von Familien-Angehörigen gefunden. „Quasi die gesamte Ermittlungsarbeit in diesem Fall wurde bislang von der Familie erledigt“, beklagt Rechtsanwalt Reckmann. „Es gab mehr als nur eine Schlamperei bei der Polizei.“

Eltern durch emotionale Hölle gegangen

Carmen und Wolfgang Schur sind in den vergangenen 22 Wochen durch eine emotionale Hölle gegangen. „Wir haben keinerlei Infos bekommen. Bei uns hat nie jemand von der Polizei angerufen“, sagen sie. Noch immer vermuten sie, dass sich Jörn und Brumberg ins Ausland abgesetzt haben.

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