Prozess: Sexueller Missbrauch in 108 Fällen: Bewährungsstrafe für Jugendbetreuer

Zwei Jahre auf Bewährung: So lautet das Urteil des Hamburger Landgerichts im Falle eines Jugendbetreuers, dem sexueller Missbrauch von zwei Jungen in 108 Fällen vorgeworfen wurde. Bereits bei den polizeilichen Vernehmungen als auch zu Prozessbeginn zeigte sich der 43-Jährige geständig. Er habe pädophile Neigungen, diese aber sehr spät erkannt und auch angenommen, sie selbst in den Griff zu bekommen.

Kontakt als Jugendbetreuer aufgebaut

Darüber hinaus gab der Angeklagte zu, zwei Jungen im Alter von zehn und elf Jahren zu sich nach Hause eingeladen und immer wieder sexuell berührt zu haben. Einen der Jungen, den er im Jahre 2006 auf einem Flohmarkt kennenlernte, missbrauchte der Mann 54 Mal. In den Jahren 2008 bis 2011 sei es dann auch zu 54 Übergriffen auf einen weiteren Jungen gekommen. Zu dem damals Zehnjährigen hatte er als ehrenamtlicher Betreuer einer kirchlichen Jugendgruppe Kontakt aufgebaut.

Eindringliche Schilderungen der Opfer

Einer der jungen Männer, der am Donnerstag als Nebenkläger auftrat, schilderte eindringlich, mit welchen seelischen Folgen er noch immer zu kämpfen hat, auch gut zehn Jahre nach der Tat. So erklärte er, dass er die Taten damals „einfach nicht wahrhaben“ wollte und erst spät gemerkt habe: „Nein, sowas ist nicht normal“.

Die Richterin machte jedoch einfühlsam deutlich, dass ihn überhaupt keine Schuld treffe. „Es ist einzig und allein die Verantwortung des Angeklagten“. Vor allem das Geständnis des Angeklagten wirkte sich strafmildernd aus. Darüber hinaus habe der Diplom-Ökonom bereits eine Therapie begonnen und sei nicht vorbestraft. Daher blieb es, trotz der Vielzahl der Fälle, bei einer Bewährungsstrafe.

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