Selbstanzeige Akener gesteht sexuelle Übergriffe auf die eigenen Stieftöchter

Köthen/Aken –

Warum er sich zur Selbstanzeige entschlossen habe, will der Schöffe vom Angeklagten wissen. Und warum erst viele Jahre nach den Taten?

Der Angeklagte, ein etwa 50 Jahre alter Deutscher aus Aken, schweigt zunächst. Nach kurzer Bedenkzeit sagt er: „Ich bin nicht froh, dass ich hier sitze.“ Aber nun sei es wenigstens raus. Das Bewusstsein seiner Taten habe lange in ihm gesteckt und er habe es mit sich herumgetragen. Zudem habe man in der Familie über die Taten gesprochen, was er auch mitbekommen habe – aus diesen Gründen sei er schließlich zur Polizei gegangen.

Die eigenen Stieftöchter missbraucht

Dem Mann wird vorgeworfen, seine beiden Stieftöchter sexuell schwer missbraucht zu haben. Die Opfer waren zu den Tatzeitpunkten noch minderjährig. Die Anklage führt sieben Taten in verschiedenen Akener Wohnungen in einem Zeitraum von 1995 bis 2003 auf, bei einigen davon kann kein genauer Tatzeitpunkt mehr angegeben werden.

Beim ersten Vorfall war das betroffene Mädchen – die ältere der beiden Schwestern – etwa 13 Jahre alt. Der erste in der Anklage aufgeführte Übergriff auf das jüngere Mädchen ereignete sich, als dieses ebenfalls etwa zwölf oder 13 Jahre alt war.

Konkret wird dem Angeklagten vorgeworfen, die Opfer nicht nur unsittlich berührt, sondern unter anderem auch penetriert und teilweise zum Oralverkehr gezwungen zu haben. Die Mädchen, ist zu hören, sollen sich gegen den Stiefvater gewehrt haben, in dem sie ihre Beine zusammenpressten. Sie sollen durch die Taten zudem Schmerzen erlitten haben.

Der Angeklagte hat die Tat gestanden

Bei der Verhandlung am Amtsgericht in Köthen am Mittwoch lässt der Angeklagte durch seinen Verteidiger erklären, die Vorwürfe gegen ihn seien zutreffend.

Ob er denn in psychologischer Behandlung sei, will ein Schöffe von dem Mann wissen. Nein, antwortet der. Er habe mit Freunden über die Taten gesprochen. Diese hätten ihm jedoch nicht zu einer Therapie geraten.

Der Angeklagte ist nicht vorbestraft. Er geht nach eigener Aussage einer geregelten Arbeit nach. Der Fall soll 2017 weiter verhandelt werden. Dann sollen Zeugen gehört werden, unter anderem Polizeibeamte, die mit dem Fall betraut waren – jedoch nach Stand am Mittwoch nicht die beiden Opfer. (mz)

– Quelle: http://www.mz-web.de/25159954 ©2016

Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Wordpress Anti-Spam durch WP-SpamShield