Sexueller Missbrauch im Hallenbad in Forchheim: Sextäter verurteilt

Ein 51-Jähriger musste sich wegen sexuellen Missbrauchs eines sechsjährigen Mädchens im Umkleidebereich des Königsbads vor dem Amtsgericht verantworten.

War es „nur“ eine exhibitionistische Handlung oder sexueller Missbrauch eines sechsjährigen Mädchens? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Verhandlung am Amtsgericht Forchheim gegen einen 51-jährigen Mann aus dem Landkreis Neumarkt (Oberpfalz).

Am 19. Mai diesen Jahres hielt sich der Mann am Abend im Umkleidebereich des Königsbads in Forchheim auf. Nur mit einem Handtuch um die Hüften wartete der 51-Jährige auf die passende Gelegenheit, um sich vor einem Kind zu entblößen. Er stellte sich vor ein sechsjähriges Mädchen, das für kurze Zeit außerhalb des Sichtfelds der Mutter war, und präsentierte sein Geschlechtsteil, indem er sein Handtuch entfernte. Das Mädchen erschrak und erzählte seiner Mutter sofort von dem Vorfall. Dass sich das Ganze auch so abgespielt hatte, gab der Angeklagte vor Gericht zu. Seit einigen Wochen befindet sich der 51-Jährige aufgrund des Vorfalls in therapeutischer Behandlung. Rechtsanwalt Andreas Lösche äußerte sich zur Tat: „Meinem Mandaten fällt es schwer, in der Öffentlichkeit darüber zu reden. Er räumt alles ein und es tut ihm furchtbar leid. Er hat entsprechende Neigungen, die er bereits therapieren lässt. Dadurch wird so etwas hoffentlich nicht mehr passieren.“

Dass der 51-Jährige freiwillig einmal die Woche eine Sexualtherapie besucht, hielt ihm Amtsrichterin Silke Schneider zugute: „Sie sind einer der wenigen, der selbst erkannt hat, dass er etwas tun muss, um das Problem in Griff zu kriegen.“ Durch das Geständnis des zweifachen Vaters waren keine Zeugen notwendig. „Sie haben der Mutter und dem Kind die Aussage erspart, was für diese sicher nicht schön geworden wäre“, sagte Silke Schneider.

In seinem Plädoyer sah Staatsanwalt Christian Schorr den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs als gegeben: „Das war eine sexuelle Handlung vor einem Kind, und man muss immer bedenken, dass so etwas bei Kindern ganz andere Auswirkungen hat“, sagte er. Da der Angeklagte geständig war und bereits vor der Verhandlung mit der Therapie Maßnahmen ergriffen habe sowie nicht vorbestraft sei, könne man am unteren Rand des Strafrahmens bleiben, erklärte Schorr. Seine Forderung: sieben Monate Bewährungsstrafe mit den Auflagen, die Sexualtherapie weiterzuführen und 1500 Euro Strafe zu zahlen.

Rechtsanwalt Andreas Lösche zweifelte daran, ob durch das Wegziehen eines Handtuchs bereits eine sexuelle Handlung vorliegt. Der Verteidiger wollte, dass sein Mandant glimpflicher davon kommt und lediglich für eine exhibitionistische Handlung verurteilt wird. Eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro war sein Vorschlag. Richterin Silke Schneider hielt es in ihrem Urteil aber mit dem Staatsanwalt und verurteilte den 51-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten zur Bewährung. „Gegenüber einer erwachsenen Frau ist so ein Verhalten unangemessen, aber für ein sechsjähriges Kind ist das noch viel erheblicher“, sagte sie. Als Auflage muss der Mann 1500 Euro Strafe an den Kinderschutzbund Forchheim zahlen und die Sexualtherapie fortsetzen.

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