Todes-Drama in Brandenburg/Havel: kleine Hannah (4) beim Spielen im Garten der Großeltern von Schaukel stranguliert

Die kleine Hannah spielte fröhlich im Garten und war nur zehn Minuten unbeaufsichtigt. Die Oma versuchte das Leben des Mädchen zu retten – vergeblich.

„Schau mal bitte nach, was Hannah macht“, sagt Marlies W. in der heimischen Küche zu ihrem Mann Klaus. Hannah (4) aus Brandenburg an der Havel war bei ihren Großeltern zum Spielen raus in den Garten gegangen. Als Klaus W. seine Enkelin dort findet, ist es bereits zu spät. Das Mädchen hat sich an einer Schaukel stranguliert!

Die Stimme ihrer Oma Marlies ist brüchig. Die Augen sind rot vom Weinen. „Ich weiß noch nicht, wie wir damit leben können, ob wir es je können“, sagt sie. Hannahs Brotbüchse steht noch auf der Arbeitsfläche. Auch ihr Kinderbadeanzug hängt noch dort.

Nach der Kita zu den Großeltern

Das Unglück geschieht am Mittwoch. Ein sonniger, warmer Tag, das kleine blonde Mädchen ist fröhlich und lacht viel. Hannahs Papa holt sie an diesem Nachmittag aus der Kita ab. Er bringt sie und ihren Bruder Leonard (1) zu Oma und Opa. Ein bisschen Spielen, das Wetter genießen. Die Eltern haben später noch einen Termin, weil Hannah bald in die Vorschule kommen soll.

„Sie war ganz vergnügt, spielte mit Wasser im Sand, machte Matschepampe“, sagt Oma Marlies. Es ist 17 Uhr. Die Erwachsenen wollen kurz reingehen und einen Imbiss nehmen. Hannah darf so lange im Garten bleiben. Das Essen geht schnell, es dauert nur ungefähr zehn Minuten.

Danach geht Klaus W. in den Garten, um nach Hannah zu sehen. Nur gut zehn Meter sind es von der Terrassentür bis zum Apfelbaum, an dem er eine Tellerschaukel für seine Enkel angebracht hat.

Opa findet die Vierjährige

Dann der Schock: Klaus W. sieht Hannah zusammengekauert auf der Schaukel. Das Mädchen hockt auf den Knien. Ihr Körper ist seltsam verdreht und schlaff. Klaus W. rennt los. Jetzt muss er einfach funktionieren. Seiner kleinen Enkelin das Leben retten. Er zieht Hannahs Körper von der Schaukel. Sie bewegt sich nicht.

„Er kam mit Hannah auf dem Arm ins Haus“, sagt seine Frau. „Er schaute uns an: Sie war auf der Schaukel.“

Sofort beginnt Oma Marlies mit einer Herzdruckmassage bei Hannah. Hannahs Opa und Papa rufen den Notarzt, wechseln sich dann mit der Mund-zu-Mund-Beatmung ab. Aber Hannahs Atmung bleibt aus. Der Notarzt fährt sie schließlich in die Klinik. Doch Hannah wacht nicht mehr auf. Das Mädchen ist erstickt.

Familie unter Schock

Ihre Familie steht unter Schock. Sie wissen noch nicht, was Hannah genau passierte. Und fragen sich, warum sie die Kleine nicht schreien hörten.

„Es ist ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet wurden. Mit dem Ziel herauszufinden, ob wir Fremdverschulden ausschließen können“, sagt Sigrid Komor (56), Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam. Sie stellte aber klar: „Es wird weder gegen ein Elternteil noch gegen die Großeltern ermittelt.“

Offenbar tragisches Unglück

Offenbar war Hannahs Tod ein tragisches Unglück. Bei der Schaukel handelte es sich offenbar um eine Tellerschaukel. Sie hängt an nur einem Seil. Wie es zu dem tragischen Unfall kommen konnte, ist laut „MAZ“ aber noch völlig unklar. Die Schaukel wurde inzwischen beschlagnahmt. Eine technische Überprüfung durch die DEKRA ergab, dass das Gerät nicht kaputt war, auch keine Konstruktionsfehler hatte.

Unfall beim Schaukeln kein Einzelfall

Der Unfall  beim Schaukeln ist kein Einzelfall: Im Jahr 2013 sorgte ein Fall in Unterfranken für Aufmerksamkeit. Ein 12-Jähriger aus Bad Kissing hatte sich beim Spielen im Garten in den Seilen der Schaukel verheddert. Dabei erwürgte sich der Junge beinahe selbst.

Seine Mutter fand ihn reglos in den Seilen der Schaukel hängen und alarmierte den Notruf. Der 12-Jährige konnte gerettet werden.

Die Angehörigen von Hannah des Kindes werden von Seelsorgern betreut.

Für Hannah´s Oma ist das Leben nur noch Trauer: „Wir sind Christen, und haben deshalb die Hoffnung, dass wir Hannah wiedersehen werden. Aber: Was ist es wert, wenn die Jungen vor den Alten sterben…“

 

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