Todesschuss in der Silvesternacht – 12,5 Jahre Haft für Mörder von Janina (†11)

Bamberg – Er schoss auf ein elfjähriges Mädchen, das gerade hüpfend vor Freude das neue Jahr begrüßte … Janina ist tot. Doch der Todesschütze, Justiz-Fahrer Roland E. (54), muss deshalb für nur zwölf Jahre und sechs Monate in den Knast. Obwohl er als Mörder verurteilt wurde.

„Da sind draußen Personen, die haben Spaß am Leben – und Sie sitzen drin allein.“ So umriss Richter Manfred Schmitt am Donnerstag im Landgericht Bamberg die Motive des Silvestermörders. Er habe es nicht ertragen, dass vor seinem Fenster geböllert wurde.

► Er habe aus einer Mischung aus Wut über die Feiernden und Ärger über die eigenen Krankheiten gehandelt.

Die nicht ausschließbare verminderte Steuerungsfähigkeit durch Depressionen führte schließlich zur Strafmilderung.

ie Tat von Unterschleichach vom 1. Januar 2016 erschütterte Deutschland. Sportschütze Roland E. war von der Knallerei vor seinem Garten wach geworden, ging in den Keller und holte seinen Taurus-Revolver (Kaliber .22). Dann schlich er sich ungesehen in seinen Garten, stellte sich ins Halbdunkel und drückte fünfmal ab.

„Janina hat ein komisches Geräusch gemacht“, schilderte Zeugin Vera B. (35), mit deren Kindern Silvester zum ersten Mal allein feiern durfte.

In den folgenden elf Tagen verdichteten sich die Hinweise auf Roland E., der weiter wie zuvor Brot in bayerische Gefängnisse ausfuhr. Nachbarn berichteten, dass sie nachts Bewegung an seinem Rollo und das blaue Licht seines Fernsehers wahrgenommen hatten – obwohl E. angab, bei einer MDR-Musiksendung eingeschlafen zu sein.

Die dramatischen Appelle von Janinas Mutter, sich zu stellen, ignorierte er. Stattdessen lenkte er noch den Verdacht auf einen anderen Nachbarn mit Waffen. Selbst als die Kripo samt Staatsanwalt in der JVA Ebrach erschienen, um ihn festzunehmen, sagte er noch: „Ich soll das gewesen sein?“ Später behauptete er, er habe ungezielt in den Wald geschossen, habe die Böllernden nur erschrecken wollen.

Doch ein Waffensachverständiger wies nach: Der Schuss, der Janina mit 205 km/h überm linken Ohr traf, war kein Querschläger!

Mitgefühl mit den Angehörigen seines Opfers zeigte der gelernte Maurer während des Prozesses nicht. Er weinte nur, wenn es um die Trennung von seinem Sohn (15) ging – und jammerte über seine schlimmen Krankheiten: „Da erstickt man bald, die Luft bleibt einem weg.“ Erst in seinem letzten Wort bat er die Eltern um Verzeihung. Zu spät für Janinas Vater Antun: „Die Frage nach dem Warum hat er mir nicht beantwortet. Dass ein Kind tot ist, scheint ihm scheißegal zu sein …“

Aus Angst vor Rache von Knackis saß der JVA-Mann bisher außerhalb Bayern, in Mannheim ein. Auch künftig muss er wohl geschützt werden. JVA-Schließer in Ebrach mussten sich nach der Festnahme von Roland E. fragen lassen: „Ihr wollt uns beibringen, dass wir uns an Gesetze halten müssen, und knallt selber kleine Kinder ab?“

 

Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Wordpress Anti-Spam durch WP-SpamShield