ÜBERRESTE VON KINDERLEICHEN„Gerüchte gab es schon lange. Das ist verstörend“

Ausgrabungen in Irland bestätigen das Grauen: Unter einem von der katholischen Kirche bis 1961 betriebenen Heim finden sich menschliche Überreste. Bisher war das Schicksal von fast 800 Babys und Kleinkindern ungewiss.

Auf dem Gelände eines ehemaligen Mutter-Kind-Heims der katholischen Kirche im irischen Tuam sind Ermittler auf Überreste von Kinderleichen gestoßen. Wie die zuständige Untersuchungskommission am Freitag bekannt gab, handelt es sich dabei um Föten sowie um Kinder im Alter von bis zu drei Jahren.
Der Todeszeitpunkt lasse sich auf den Zeitraum zwischen 1925 und 1961 eingrenzen, in dem das Mutter-Kind-Heim betrieben wurde; ein Teil der Überreste stamme mutmaßlich aus den 50er-Jahren. Man gehe zudem der Frage nach, „wer verantwortlich war für die Entsorgung menschlicher Überreste in dieser Art“.

Die irische Ministerin für Kinder und Jugend, Katherine Zappone, zeigte sich in einer ersten Stellungnahme betroffen: „Das sind sehr traurige und beklemmende Nachrichten.“ Es habe allerdings schon länger Gerüchte gegeben, dass auf dem Gelände des Heims menschliche Überreste zu finden seien: „Nun haben wir darüber Gewissheit.“ Der Fund sein „traurig und verstörend“.
796 Totenscheine, nur eine Bestattung
Das ehemalige St. Mary’s Mother and Baby Home geriet 2014 international in die Schlagzeilen. Die Lokalhistorikerin Catherine Corless hatte ermittelt, dass für den Zeitraum zwischen 1925 und 1961 in dem Heim, betrieben vom katholischen Frauenorden der Bon-Secours-Schwestern, 796 Totenscheine für Babys und Kleinkinder ausgestellt worden waren. Im gleichen Zeitraum gab es jedoch lediglich eine beurkundete Bestattung.

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