Urteil im Quedlinburger Missbrauchsfall – Elf Jahre Haft für Pädophilen aus Bremerhaven

Am Landgericht Magdeburg ist ein 68-jähriger Mann aus Bremerhaven zu insgesamt elf Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Das Gericht sprach den Kinderschänder am Mittwoch des schweren sexuellen Missbrauchs in fünf Fällen schuldig. Opfer waren ein 10- und ein 15-jähriges Mädchen. Sie mussten nicht vor Gericht aussagen, weil der Angeklagte die Taten weitgehend gestanden hatte.

Die Fälle aus den Jahren 2010 bis 2014 stehen in Zusammenhang mit einer Mutter aus Quedlinburg: Sie soll ihre beiden damals 7 und 10 Jahre alten Töchter sowie ihre eigene damals 15-jährige Schwester an den Mann für Geld und Zigaretten verkauft haben. Ein Missbrauch der 7-Jährigen durch den Angeklagten konnte allerdings nicht nachgewiesen werden.

68-Jähriger bereits in Haft

Die Frau und der angeklagte Mann sitzen schon im Gefängnis. Die Mutter wurde 2015 verurteilt und verbüßt eine Strafe von vier Jahren und neun Monaten Haft. Der 68-jährige Mann wurde im selben Jahr vom Landgericht Leipzig zu sechs Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Weil er sich noch öfter an den beiden Mädchen vergangen hatte, als beim ersten Prozess bekannt, stand er seit Oktober 2016 erneut in Magdeburg vor Gericht. Die vorherigen Fälle wurden auf das Strafmaß angerechnet.

Weitere Verhandlungen folgen

Der Prozess am Mittwoch war nicht der letzte um die Missbrauchsfälle von Quedlinburg. Das Landgericht Magdeburg wird demnächst gegen einen Mann verhandeln, der per Internet den Taten zugeschaut hatte. Es geht um einen Arzt aus Bayern, der gegen ein Urteil des Amtsgerichts Quedlinburg in Berufung geht.

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