Vater (37) vor Arnsberger Landgericht – Er soll Tochter (14) jahrelang sexuell missbraucht haben

Die Verhandlung findet vor dem Landgericht Arnsberg statt © Foto: Martin Haselhorst

Menden/Arnsberg.   37-Jähriger bestreitet Missbrauchs-Vorwürfe vor dem Landgericht. Seine mittlerweile 14-Jährige soll beim nächsten Verhandlungstermin aussagen.

Ein 37-jähriger Mendener ist vor dem Arnsberger Landgericht angeklagt, seine mittlerweile 14-jährige Tochter sexuell missbraucht zu haben. Da er bislang alle Vorwürfe bestreitet, muss auch das Mädchen demnächst vor dem Kadi aussagen.

Die Vorwürfe wiegen schwer, die Anklage benennt 280 einzelne Taten in der Zeit zwischen 2010 und Ende 2015. Im Schnitt etwa einmal in der Woche soll der Familienvater seine Tochter in deren Kinderzimmer missbraucht haben. Dabei soll er auch versucht haben, den Geschlechtsverkehr mit ihr zu vollziehen. Nach Angaben der Polizeibeamten, die das Mädchen befragt hatten, habe sie auch noch von Vorfällen vor den angeklagten Zeitpunkten berichtet – teils sei sie noch im Kindergartenalter gewesen.

Polizist glaubt der Tochter

Ein Beamter sagte aus, die detaillierten Schilderungen des damals 12-jährigen Mädchens bei der Vernehmung und die aus seiner Sicht echte Verzweiflung über ihre Lage lasse sie auf ihn glaubwürdig wirken. Bis sie in der Schule etwas über häusliche, speziell sexuelle Gewalt gelernt habe, sei ihr das Verhalten des Vaters offenbar normal vorgekommen. Für den Fall der Aufdeckung seiner Taten habe der Vater mit Selbstmord gedroht. Die Ehefrau des Angeklagten sowie die beiden Söhne würden dem Mädchen nicht glauben. Laut Anklage sollen Familienmitglieder während der Übergriffe immer wieder in der Wohnung gewesen sein.

Der Beschuldigte bestritt vor Gericht alle Vorwürfe. „Wie sie darauf kommt, weiß ich nicht. Unser Verhältnis war immer gut. Bevor sie zur Polizei ging, war sie sauer auf mich, weil ich ihr verboten hatte, bei einer Freundin zu übernachten“, bringt der Vater stattdessen ein Rachemotiv für eine Falschaussage ins Spiel.

Geständnis wäre strafmildernd

Die 14-Jährige lebt mittlerweile nicht mehr bei der Familie. Die Staatsanwältin hatte in Richtung des Vaters appelliert, dass sich ein Geständnis strafmildernd auswirken würde, falls die Vorwürfe denn stimmen. Dafür spreche nach den ersten Zeugenaussagen aus ihrer Sicht aber einiges. Vor allem aber würde es der Tochter die Aussage ersparen.

Da der Mendener aber bei seiner Version blieb, muss die Tochter beim nächsten Verhandlungstermin erscheinen, ebenso ihre Mutter.

Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Wordpress Anti-Spam durch WP-SpamShield