Von einem Pädophilen verfolgt „Alle haben weggesehen!“

Ein Perverser verfolgt mitten in Berlin einen jungen Mann. Er fasst sich an den Penis, hält sein Opfer am S-Bahnhof Brandenburger Tor fest. Friseur-Azubi Jeldos (22) schreit in Panik, kann sich losreißen.

Zum KURIER sagt er: „Ich sehe mit Bommelmütze minderjährig aus. Im Endeffekt hätte sich der Mann an einem Kind vergriffen – und alle haben weggeschaut!“
Am Bahnsteig fühlt sich Jeldos nicht mehr sicher.

„Ich schaue ständig, ob er da irgendwo ist“, sagt der Friseur-Azubi aus Schöneberg. Ihn quält die Angst vor dem Mann, der sich vor einer Woche gegen 11.30 Uhr dreist an ihm vergreifen wollte.

An diesem Tag wartet Jeldos am Potsdamer Platz auf die S-Bahn, er will eine Station zum Brandenburger Tor fahren. Doch die Zwei-Minuten-Fahrt wird für ihn zum Horror-Trip.
Schon am Bahnsteig belästigt ihn ein fremder Mann. „Er hat mir zugezwinkert, ,Hey Sexy!’ gerufen und sich an die Genitalien gefasst“, sagt der 22-Jährige.

Er weicht dem Perversen aus, steigt vorne in die Bahn ein, stellt sich an die Tür. „Aber der Typ ist in der S-Bahn durch die Gänge gelaufen und hat mich gesucht. In der Spiegelung konnte ich sehen, wie er mich begafft und sich weiter anfasst.“

Der etwa 40-Jährige ist größer als er, trägt eine Lederjacke und hat schwarz-graue Haare. „Er sieht indisch aus. Sein rechtes Auge wirkt eklig, vielleicht ist es aus Glas.“
Jeldos ist 1,67 Meter groß und zierlich. „Ich wirke auf Fremde nicht wie 22, eher wie 15“, sagt er.

Durch den gaffenden Fremden fühlt er sich bedroht. „Am Brandenburger Tor bin ich deshalb erst beim ,Biep, Biep‘-Geräusch aus der Bahn gerannt. Doch der Typ ist auch durch die schließende Tür gesprungen.“

Jeldos sprintet den Bahnsteig entlang, der Mann hinterher. „Da habe ich gespürt, dass die Sache ernst wird“, sagt der 22-Jährige. „Plötzlich habe ich eine Hand auf meiner Schulter gespürt. Es war der Perverse, er hat mich gepackt und gefragt: ,Na, Sexy, hast du Lust?‘“

In diesem Moment läuft ein Pärchen in den leeren Bahnhof. Jeldos schreit: „Lassen Sie mich in Ruhe, Sie Pädophiler!“ Das Paar habe das mitbekommen, es sei aber einfach weitergegangen. „Durch den Schrei war der Mann abgelenkt und ich konnte mich losreißen. Ich bin gerannt, die Treppe hoch, aus dem Bahnhof raus.“ Der Mann sei ihm hinterhergejagt, in der Menschenmenge am Brandenburger Tor habe er ihn aber verloren.

„Hätte ich mich nicht befreien können, hätte er mich vielleicht vergewaltigt“, sagt Jeldos. Er hat Anzeige wegen sexueller Belästigung erstattet. Ohne Pfefferspray geht er nicht mehr raus. „Mich schockiert, dass so was am helllichten Tag passiert, um die Mittagszeit, an einem eigentlich belebten Ort.

Und es macht mich traurig, dass keiner eingegriffen hat. Alle haben nur auf sich geschaut. Mich hat er zwar nicht bekommen – aber er läuft noch frei rum und sucht vielleicht schon sein nächstes Opfer.“

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