Was tun, wenn der Nachbar sein Kind schlägt?

Die Jugendämter führten 2015 rund 129 000 Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung durch. Laut dem Statistischen Bundesamt bedeutet dies einen Anstieg von 4,2 Prozent zum Vorjahr. Jedes vierte Kind war dabei unter drei Jahre alt. In 41 300 Fällen wurde zwar weder eine Gefährdung noch ein Hilfebedarf festgestellt, aber in 68 Prozent musste das Jugendamt tätig werden.

Das Kind der Nachbarn schreit in Dauerschleife, die Mutter im Supermarkt beleidigt ihren Sprössling auf schlimmste Art und Weise und der Freund des Sohnes hat ständig blaue Flecke – solche Situationen hat jeder schon einmal erlebt. Doch nicht alle wissen, was sie tun sollen: Wegschauen, Ansprechen oder Anzeigen? Niemand will ein Denunziant sein, aber wann sollte man dem Kind helfen?

BILD sprach mit der stellvertretenden Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Cordula Lasner-Tietze.

Was ist eine Kindeswohlgefährdung?

Eine Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn Eltern oder Dritte dem Kind körperlichen, geistigen oder seelischen Schaden zufügen oder dies zulassen.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs muss die Gefährdung des Kindes gegenwärtig und erheblich sein. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die körperliche, geistige oder seelische Schädigung des Kindes gelegt.

Wie erkenne ich eine Kindeswohlgefährdung?

Als Formen der Kindeswohlgefährdung kommen insbesondere in Betracht:

► die Vernachlässigung des Kindes

► Misshandlungen

► sexualisierte Gewalt

► unzureichender Schutz vor Gefahren durch Dritte 

Sicherlich ist jedem klar, wenn er eine Mutter sieht, die auf ihr Kind einschlägt, dass dann eine Misshandlung vorliegt.

Jedoch auch das Herabwürdigen eines Kindes durch Beleidigungen kann schon eine Gefährdung des Kindeswohles sein. Es kommt immer auf die Schwere der Schädigung beim Kind an.

Vernachlässigungen erkennt man meist an der Kleidung, beispielsweise trägt das Kind immer dasselbe und seine Sachen sind stark verschmutzt. Auch eine ständig leere Brotdose kann ein Alarmzeichen sein.

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